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Geschichte von St. Rupert

 

Wie es begann

St. Rupert
St. Rupert

P. Arnold Janssen, der Stifter des Steyler Missionswerkes, gründete 1904 in Österreich neben dem Missionshaus St. Gabriel eine zweite Niederlassung: St. Rupert bei Bischofshofen. Er schickte Ordensbrüder hin, die in unermüdlicher Arbeit und in kurzer Zeit auf dem angekauften Gut "Großkreuzberg"  einen Wohntrakt und ein Werkhaus errichteten. Die Niederlassung  sollte vor allem dazu dienen, junge Menschen für den Missionsdienst heranzubilden. 1906 zogen die ersten Mitbrüder ein. Ein Jahr später, 1907, konnte die Schule eröffnet werden. In mehreren Bauabschnitten erweiterte sich der Komplex. Es kamen dazu: ein Werkhaus, ein Sägewerk, eine hauseigene Wasserleitung, eine breit angelegte Gärtnerei, ein eigener Friedhof.

Bis zum Jahr 1914 stieg die Zahl der Schüler auf 100 an.

 

Dieses schnelle Aufblühen wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh gestoppt. Da 1914 ein k.u.k. Not-Reserve-Spital mit gut 100 Betten eingerichtet wurde, konnte die Schule nur mit großen Einschränkungen weitergeführt werden.

Turm der Klosterkirche
Turm der Klosterkirche

Zeit der Blüte

In der Zwischenkriegszeit erlebte St. Rupert eine einzigartige Entwicklung. 150 Buben besuchten die Schule. In den Werkstätten erlernten junge Männer einen Beruf, um als Brüdermissionare in alle Kontinente zu gehen. 1929 zählte die Ordensgemeinschaft 

17 Patres, 47 Brüder und 8 Brudernovizen. Daher war auch der Bedarf für eine neue Klosterkirche gegeben, die von 1925 bis 1929 gebaut und dann eingeweiht wurde.
Der 47,5 m hohe Turm gehört seither zum Wahrzeichen des Hauses.
 

Das braune Zwischenspiel

1939 enteigneten die Nationalsozialisten das Missionshaus samt der Schule. Fortan regierte auf dem Kreuzberg das Hakenkreuz. Die Schule wurde zu einer "nationalsozialistischen Musterschule" umfunktioniert. Gegen Ende des Krieges diente das Haus einem Lazarett mit 800 Betten. Die 79 Soldatengräber auf dem Klosterfriedhof erinnern noch an diese Zeit.
  

 

Zeit des Wandels

 

1945 konnte St. Rupert wieder für den Orden zurückgewonnen werden. Seither können Haus und Schule ungestört arbeiten. 1953 fand die 1. Reifeprüfung nach dem Krieg im Hause statt.  Wie Vieles in der Kirche hat auch St. Rupert in den letzten Jahrzehnten eine gewaltige Wandlung durchgemacht. Ab 1971 wurde die Schule auch für externe Schüler geöffnet. Da die Zahl der Internatsschüler kontinuierlich schrumpfte, sah sich die Ordensführung gezwungen, 1988 die Schule auch für Mädchen zu öffnen. Das Schulangebot wurde erweitert. Dies erforderte bauliche Veränderungen. Die Internatsräume wurden in Schulräume umgebaut. Aus Schlafsälen entstanden Klassenzimmer, Biologiesäle und Werkräume. Zwischen 1995 und 1999 wurden die Fassaden und das Dach erneuert, dann auch die Direktionsräume und der Aufenthaltsraum der LehrerInnen. Ein Schulbuffet wurde eingerichtet. Der Turnbereich  mit den Umkleideräumen wurde umgebaut, der Biologiebereich in neue Räume versetzt und ausgebaut. Der Musiksaal wurde neu gestaltet, der Mittelstufenspeisesaal zu einem funktionsgerechten Saal für Chor-Blasmusik- und Streichorchesterproben umgestaltet. Die Sportalnagen wurden merklich verbessert. Es entstanden der neue Tennisplatz, die Laufbahn und der Beach-Volleyballplatz. Als Krönung der Umbauten entstanden 2006 die neue Turnhalle und ein Klassenzimmer im Freien.

 

2004 feierte St. Rupert den 100-jährigen Geburtstag seines Bestehens mit zahlreichen Veranstaltungen. Haus und Schule  können auf eine reiche Ernte zurückblicken: Fast 5000 Schülerinnen und Schüler sind seither durch diese Schule gegangen. Über 220 Priester haben ihre Schulbildung in St. Rupert genossen. Momentan zählt die Schule 403 Schülerinnen und Schüler in 18 Klassen. In der Schule arbeiten 38 Lehrerinnen und Lehrer.  Drei Ordensbrüder leisten in Haus und Werkstätten auch heute noch unverzichtbare Dienste. Die  fünf Patres wirken in der Pfarrseelsorge der Umgebung.