Der Letzte seiner Art

15. Mär 2016

Br. Herbert Raich kam 26-jährig nach Indien und ist geblieben. Er ist mittlerweile der einzige verbliebene ausländische Steyler Missionar in Indien.

"Br. Herbert Raich ist ein heiliger Mann." So beschreibt der Diözesanbischof der indischen Stadt Indore, Chacko Thottumarickal SVD, seinen Mitbruder aus Jerzens im Pitztal in Tirol. "Für ihn gibt es im Leben nur zwei Dinge: Arbeiten und Beten. Er arbeitet in der Druckerei bis 16:30 Uhr und dann geht er in die Kirche und verbringt die Abendstunden in Anbetung."

Br. Herbert Raich ist seit vielen Jahrzehnten in Indien, er spricht ausgezeichnet Englisch und Hindi, aber bei unserer Unterhaltung wechselt er schnell auf Deutsch. Vielleicht freut es ihn, wieder einmal in der Muttersprache zu sprechen?

Apropos Familie: Für Bischof Thottumarickal ist die ganze Familie Raich "heilig", vor allem weil sich auch zwei Brüder und zwei Schwestern von Br. Herbert für das Ordensleben entschieden haben.

Als Teil eines kleinen Teams ist Br. Herbert in der Druckerei "Sat Prachar Press" für alle technischen Belange zuständig. Mit den Einkünften der Druckerei wird ein wenig zum Budget der Steyler Missionare in der Provinz Indien Zentral beigetragen.

"Jetzt sind wir gerade dabei, diese Schulzeitung fertigzustellen. Wir drucken alles Notwendige für die Schulen und Einrichtungen der Steyler in der Provinz: Mitteilungshefte, Kalender, kleine Bibeln, Zeitschriften. Jetzt im Moment haben wir sehr viel zu tun, weil das Schuljahr beginnt hier im April. Da muss alles fertig sein."

Bei so viel Arbeit bleibt nicht viel Zeit für Heimweh. "Heimaturlaub brauch' ich nicht. Das wäre ja Zeitverschwendung. Das letzte Mal war ich 1974 in Tirol", erklärt Br. Herbert. Seine Kollegen und Mitbrüder zählen auf ihn und gesundheitlich geht es dem 78-Jährigen gut.

R. Frank (Missionsprokur St. Gabriel International) aus Indore

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