"Wohin ich auch gehe, ich nehme Christus mit, den Poncho und den Mate-Tee"

11. Dez 2020

Der Steyler Missionar Delfor Nerenberg wurde am 9. Dezember in Santiago de Chile zum Diakon geweiht. Nach seiner Priesterweihe wird der Argentinier als Missionar in der Mitteleuropäischen Provinz tätig sein.

Delfor Nerenberg

Delfor Nerenberg wurde in Jardín América in der Provinz Misiones geboren. Als er ein Junge war, ging er mit seinen Eltern zur Messe und nach und nach erwachte der Ruf zum geweihten Leben. "Die Familie ist ein grundlegender Ort, es ist der Ort, an dem Träume und Wünsche geboren und entfaltet werden", sagt neugeweihte Diakon in einem Interview mit einer argentinischen Online-Zeitung. Er erzählt auch davon, dass er seit seiner Kindheit seinen Talenten widmete: Musik und Gesang.
Der Steyler Missionar Pater Bronislao Lagoski SVD war es, der Delfor auf dem Weg zum Priesterberuf begleitete. Pater Bronislao erzählte ihm davon, was es bedeutet, Missionar zu sein und Christus an anderen Orten, in anderen Sprachen und in einer anderen Kultur zu bezeugen. So entschied sich der in Jardín América Geborene für den Eintritt in diese Ordensgemeinschaft. Delfor erinnert sich genau: „Als ich zum ersten Mal eine Gemeinschaft der Steyler Missionare besuchte, gab es da an einem langen Tisch Gesichter aus verschiedenen Kulturen. Es wurde über Missionsprojekte auf den fünf Kontinenten gesprochen. Es gab Ideen, die sich überschnitten und verschiedene Meinungen, die sich gegenseitig bereicherten. Dieses erste Bild war geprägt von zwei Elementen: Vom Gemeinschaftsleben einerseits, und andererseits vom Wunsch, Christus in der Welt zu finden, bedürftig, arm und leidend.
„Ich wusste, dass ich diese Mission auch in meiner eigenen Kultur, in Argentinien, in Misiones und, warum nicht, in Jardín América leben konnte, aber ich wollte noch weiter gehen und meine Kultur, mein Leben, meine Geschichte mit anderen Menschen teilen, über die Grenzen meines Landes hinaus, so wie es die Apostel und die großen Missionare der Kirche getan haben.“

Der Mate hat Spuren hinterlassen

Delfor erzählt von seiner Zeit als Seminarist und sagt, er habe Freunde gefunden, mit denen er seine Freuden und Sorgen teilte, und mit denen er bis heute gern spricht. "Das Seminar ist auch ein Moment, in dem man seine Berufung vertieft und den Ruf Christi besser versteht", bemerkt er. Zugleich blieb er stark seiner Heimat verbunden. Er sagt: "Wohin ich gehe, ich nehme Christus, den Poncho und den Mate-Tee mit." Er machte die anderen Seminaristen mit dem Mate-Trinken bekannt. Er erzählt, dass sie ihn zuerst schief ansahen. Sie rochen daran, schmeckten die Bitterkeit des Mate-Tees. Aber obwohl sie zuerst Gesichter machten, am Ende mochten sie es. „Während der Ausbildung teilte ich das Leben mit Mitbrüder aus Ecuador, Kolumbien, Nicaragua usw. Obwohl in diesen Kulturen der Mate-Tee bekannt ist, hatten sie ihn vorher nie genommen und getrunken. Wenn ich heute mit meinen Kollegen zusammenkomme, sind sie diejenigen, die den Mate vorbereiten, und sie machen es vorzüglich“, erklärt Delfor.

Von Jänner 2017 bis Dezember 2018 absolvierte Delfor Nerenberg ein OTP-Praktikum (Overseas Training Program) in Österreich, unter anderem in der Pfarre Bischofshofen in Salzburg. „Während meines Aufenthalts in Österreich hat der Mate-Tee großes Aufsehen erregt, weil das Mate-Trinken nach unserer Art nicht sehr bekannt war. Jedes Mal, wenn ich zu einem Treffen ging, musste ich eine Erklärung vorbereiten, was das war, woher es kam, warum ich es zu mir nahm. Der Mate hat seine Spuren in diesen Ländern hinterlassen, weil viele ihn probiert und gemocht haben. Die Jugendlichen haben Fotos von sich mit dem Mate gemacht, weil es ‚Messis Mate‘ war, so sagten sie zu mir.“

Delfor meint, dass er so seinen Geburtsort Jardín América immer bei sich trägt. "Ich würde sogar sagen, dass meine Traditionen und mein Volk auch dann predigen, das Leben teilen oder singen, wenn ich auf einem anderen Kontinent bin", erklärt er. "Jedes Mal, wenn ich nach Jardín zurückkehre, fühle ich mich zu Hause und obwohl sich die Landschaften und Menschen verändern, fühlt sich mein Herz in dieser Umgebung bewegt und ist voller Freude."

Diakonenweihe musste ohne Familie statfinden

Am 9. Dezember wurde Delfor im Colegio Verbo Divino in Santiago, Chile, zum Diakon geweiht und hat große Erwartungen an den neuen Lebensabschnitt, der nun beginnt. Aber er sagt auch, dass es ihn traurig machte, einen so emotionalen Moment ohne seine Eltern und die Menschen zu erleben, die ihn von Anfang an in seiner Berufung begleitet hatten. „Leider lassen die Umstände es nicht zu, dass es so ist, wie man es gerne hätte. Aber durch die Medien wird heutzutage die Distanz verkürzt und sie konnten online an der Feier teilnehmen. Mit den Umarmungen müssen wir aber warten, bis ich nach Hause zurückkehre", sagt Delfor.

Diakonenweihe im Colegio Verbo Divini in Santiago des Chile
Diakonenweihe im Colegio Verbo Divini in Santiago des Chile

Die ersten Schritte im Dienstamt des Diakons wird Delfor Nerenberg in Santiago de Chile unternehmen, bis er dort das Theologiestudium abgeschlossen hat. Dann beabsichtigt er, nach Argentinien zurückzukehren. Delfor hat nach wie vor den Wunsch, in Jardín América zum Priester geweiht zu werden. „So ist es geplant, ich möchte in meinem Land. mit meinem Volk und in meiner Pfarrgemeinde geweiht werden. Dies ist eine Möglichkeit, die mir die Kongregation erlaubt, eine Möglichkeit, die ich nicht aufgeben möchte. Wenn Gott es erlaubt, wird meine Ordination an meinem Heimatort sein. “

Quelle: Delfor Neremberg: “A donde voy, llevo a Cristo, el poncho y el mate” | EL TERRITORIO noticias de Misiones.
Übersetzung: Franz Helm SVD

Text: Ursula Mauritz; Fotos: Franz Helm SVD, SVD

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