Zeit für mich, Zeit für Gott

08. Mär 2021

Fasten muss nicht unbedingt „weniger“ bedeuten: Mit kreativen Ideen und spirituellen Impulsen gestalten die Steyler Pfarren in Österreich die Fastenzeit.

Brennender Dornbusch in St. Martin/Dornbirn

Ein kahler, dornenbesetzter Ast, in dem ein „Feuer“ aus gelben, orangen und roten Tüchern lodert. Darüber Flammen, die zusammen die Worte „ Ich – bin – da“ ergeben: In jeder der sieben Dornbirner Pfarren lädt ein „brennender Dornbusch“ in der heurigen Fastenzeit zu Meditation und Gebet ein. „Die brennenden Dornbüsche sind ein Gemeinschaftsprojekt aller Pfarren in Dornbin, das sehr gerne angenommen wird“, erklärt Pastoralleiterin Nora Bösch. Im Seelsorgeraum Dornbirn sind mit Moderator P. Christian Stranz SVD und P. Inosentius Reldi SVD auch zwei Steyler Missionare tätig.
Eine kurze Anleitung gibt anhand der Bibelstelle von Mose am Dornbusch Impulse zum Innehalten und zur Besinnung. Auf kleine Hölzchen können die Besucher das Leid, das sie derzeit tragen, aufschreiben, ins „Feuer“ legen und so vor Gott bringen. „Die Anliegen der Menschen nehmen wir in den Gottesdiensten in die Fürbitten auf. In der Osternacht werden wir die Hölzchen im Osterfeuer verbrennen“, berichtet Nora Bösch. Für jeden Besucher und jede Besucherin liegt eine Segenskarte bereit: „Der Gott, der aus dem brennenden Dornbusch geredet hat, liebt dich. Du bist etwas Besonderes“, heißt es in dem Text.

Ein weites Herz

Auch in den Pfarren Maria Enzersdorf-Südstadt und Hinterbrühl, die von Pfarrer Elmar Pitterle SVD und Kaplan Michael Kreuzer SVD betreut werden, hat man in der Fastenzeit besondere Akzente gesetzt: In Hinterbrühl wählte der Liturgiekreis das Thema „Hoffnung – ein weites Herz“. Im Andachtsraum der Kirche gibt es Anregungen, bewusst in den Blick zu nehmen, was das Herz berührt, was es weit werden lässt, aber auch, was es beschwert und eng macht. Am „Herz der Hoffnung“ können Gedanken zu Hoffnungsquellen angebracht werden, die „Box der Bürde“ ist bereitgestellt, für alles, was beschwert und belastet. Die Gedanken und Wünsche werden am 5. Fastensonntag im Rahmen einer Versöhnungsfeier der Wandlungskraft Gottes anvertraut.
Die Pfarrgemeinde in der Südstadt hat in der durch Corona eingeschränkten Zeit das Labyrinth vor der Kirche als spirituellen Ort der Begegnung und der Verinnerlichung neu entdeckt. In der Fastenzeit werden Steine in die Mitte gelegt – symbolisch, für das, was einzelne Menschen an Schwerem in ihrem Leben ablegen wollen.

Am "Herz der Hoffnung" in der Pfarre Hinterbrühl können Gedanken zu Hoffnungsqellen angebracht werden.
Am "Herz der Hoffnung" in der Pfarre Hinterbrühl können Gedanken zu Hoffnungsqellen angebracht werden.
Ort der Verinnerlichung: Das Labyrinth in der Pfarre Maria Enzersdorf-Südstadt . Die Steine in der Mitte sind Symbole für das Schwere im Leben.
Ort der Verinnerlichung: Das Labyrinth in der Pfarre Maria Enzersdorf-Südstadt . Die Steine in der Mitte sind Symbole für das Schwere im Leben.

Stufe um Stufe Ostern entgegen

Die Pfarre „Zum Göttlichen Wort“ mit dem Gemeinden St. Johann, Zur Heiligen Familie und Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit wird von einem internationalen Steyler Team mit Pfarrer P. Matthias Felber SVD und den Kaplänen P. Matondo Olivier Ongway SVD und
P. Saverius Susanto SVD geleitet.
In der Fastenzeit können in der Pfarrkirche St. Johann „Stationen der Hoffnung“ besucht werden. Die unterschiedlich gestalteten Orte im Kirchenraum laden ein, innezuhalten, Ruhe zu finden und Kraft zu tanken. So gibt beim Taufbecken der Blick in den aufgestellten Spiegel Gewissheit: So wie ich bin, ist es gut, ich bin von Gott geliebt. Hoffnung aus der Bibel schöpfen können die Besucher beim Weihwasserbecken, das statt mit Wasser mit Bibelsprüchen zum Mitnehmen gefüllt ist.
Eine Fastentreppe führt die Gläubigen in der Gemeinde zur Heiligen Familie in diesem Jahr Stufe um Stufe durch die Fastenzeit bis zum Osterfest. An jedem Fastensonntag wird ein Symbol auf die nächst höhere Stufe gestellt. Am Aschermittwoch kam auf die erste Stufe ein Glas mit Asche, diese wurde am 1. Fastensonntag dann dazu verwendet, um die Erde in einer Schale zu düngen, in die Blumen und Kressesamen eingesetzt wurden. Am 2. Fastensonntag wurde – passend zum Evangelium von Jesus in der Wüste – eine Schale mit Sand auf die nächste Stufe der Treppe gestellt, zusammen mit einer Fußspur. Ein Symbol dafür, dass Jesus die Menschen immer begleitet. Am 3. Fastensonntag kam eine Jesusfigur samt Schild „Dies ist mein geliebter Sohn“ hinzu.

Der Spiegel gibt Gewissheit: Ich bin ein geliebtes Kind Gottes. Eine "Station der Hoffnung" in der Pfarrkirche St. Johann am Keplerplatz.
Der Spiegel gibt Gewissheit: Ich bin ein geliebtes Kind Gottes. Eine "Station der Hoffnung" in der Pfarrkirche St. Johann am Keplerplatz.
Bibelsprüche zum Mitnehmen im Weihwasserbecken.
Bibelsprüche zum Mitnehmen im Weihwasserbecken.
Die Fastentreppe in der Gemeinde "Zur Heiligen Familie" in Favoriten.
Die Fastentreppe in der Gemeinde "Zur Heiligen Familie" in Favoriten.
Text: Ursula Mauritz, Fotos: Seelsorgeraum Dornbirn, Pfarre Maria Enzersdorf/Hinterbrühl, Pfarre Zum Göttlichen Wort

Datenschutzhinweis

Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Facebook und Youtube welche dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Datenschutzinformationen