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12. Nov 2025
Ende Oktober besuchten Provinzial Christian Stranz SVD und die Provinzialräte die Steyler Niederlassung in Paris. Dabei kam es auch zu einem Treffen mit dem Bischof von Saint Denis.

„Es gibt viele Herausforderungen in unserer Diözese, aber wer ein missionarisches Leben führen möchte, der ist angesichts der Realität und Vielfalt hier am richtigen Ort.“ Mit diesen Worten beschrieb Msgr. Étienne Guillet, Bischof der Diözese Saint Denis, die pastorale Situation in der jüngsten und ärmsten Diözese Frankreichs bei einem Austausch mit Steylern Missionaren. Das Treffen fand Ende Oktober im Rahmen der Provinzratssitzung der Mitteleuropäischen Provinz statt. Neben Provinzial P. Christian Stranz SVD und den Provinzräten P. Ben Kintchimon SVD, P. Matthias Helms SVD, P. Matthias Felber SVD und P. Edwin Reyes SVD nahmen auch die sieben Mitbrüder der Steyler Niederlassungen in Paris teil.

Das Departement Saint Denis in den Vororten (Banlieus) von Paris steht vor großen politischen und sozialen Herausforderungen. Es ist geprägt von der großen Zahl an Migranten – etwa 200.000 bis 300.000 von ihnen leben ohne Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich. Saint Denis gilt als Hotspot für Gewalt, Kriminalität und Drogen, Arbeitslosigkeit ist ein großes Problem. In den letzten Wochen rückte es durch den Diebstahl der Juwelen aus dem Louvre in den Blickpunkt: Zwei der festgenommenen Verdächtigen stammten aus Saint Denis, hieß es in den Medienberichten.
Der Anteil der muslimischen Bevölkerung in der Diözese ist mit etwa 70 Prozent hoch. Wie der Bischof betonte, gebe es in Saint Denis einen guten interreligiösen Dialog. Viele muslimische Familien schicken ihre Kinder auf katholische Schulen. Die politischen Verantwortungsträger seien der Kirche sehr dankbar dafür, dass sie Brücken zu anderen Religionen und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen baut, erklärte Bischof Guillet.
Die jungen Katholiken sind in der Diözese in der Minderheit. Laut dem Bischof sind die katholischen Jugendlichen oft dem Gruppendruck ihrer muslimischen Altersgenossen ausgesetzt, die sie zum Islam bekehren wollen. „Wir müssen für sie da sein“, unterstrich der Diözesanbischof. Ein wichtiger Aspekt sei in diesem Zusammenhang das Bibelapostolat. „Viele Jugendliche werden von Gleichaltrigen mit Fragen zur Bibel konfrontiert, und viele bitten um Hilfe, um die Bibel besser kennenzulernen.“

Interessant sei die steigende Zahl junger Menschen, die Katholiken werden möchten. „Ein Provinzkonzil soll sich mit den Glaubenserfahrungen der Neugetauften und derjenigen, die in den letzten zehn Jahren in die Kirche aufgenommen wurden, beschäftigen und unsere Wege der Glaubensvermittlung neu bewerten“, so der Bischof. Auch die Steyler Missionare begleiten in ihren Pfarren jedes Jahr etwa 60 bis 70 jugendliche und erwachsene Katechumenen bei der Vorbereitung auf die Taufe, Erstkommunion und Firmung.
Der Austausch mit Msgr. Guillet endete mit einer kleinen Geburtstagsfeier: Die Steyler Missionare gratulierten dem Bischof herzlich zu seinem 49. Geburtstag und überreichten ihm Champagner, Schokolade und einen Geburtstagskuchen. Der Bischof bedankte sich und freute sich über den guten Dialog mit dem Provinzialrat und den Mitgliedern des SVD-Distrikts Paris.
