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29. Apr 2025
Trotz widrigster Wetterbedingungen beteiligten sich 50 Menschen an der Romaria, dem Solidaritätsweg mit und für Geflüchtete.

Bei strömendem Regen traf sich am 25. April eine bunt gemischte, fröhliche Gruppe von ca. 50 Personen vor der Liesinger Pfarrkirche zur Romaria, dem Solidaritätsweg mit und für Geflüchtete, der heuer zum 15. Mal stattfand. Mit dabei waren auch Steyler Missionsschwestern und Missionare.
Der laute Trommelrhythmus der zweier Senegalesischer Musiker machte es unmöglich, den Startpunkt zu verpassen. Nach einer herzlichen Begrüßung in der Kirche durch Dechant Bernhard Pokorny und einer Erklärung von Pero Rosandic (SOS Balkanroute) über die Situation der Geflüchteten in Bosnien gingen die Teilnehmer:innen an der Arbeiterkammer vorbei zum Liesinger Platz. Dort erzählte Herbert Langthaler (früher in der Asylkoordination Österreich tätig, heute Journalist von „asyl aktuell“) über die Schwierigkeiten geflüchteter Menschen, Arbeit zu finden und über ihre Versuche, lieber Hilfsarbeiten für wenig Geld zu leisten, als eine Ausbildung zu machen, weil sie da gar nichts verdienen. Auf einem Balancegerät konnten Mutige symbolisch ausprobieren, wie unsicher so eine prekäre Situation ist. Andere reichten ihnen symbolisch die Hand.



Durch die Dirmhirngasse ging es weiter zur Evangelischen Kirche Liesing, wo es einen kurzen Zwischenstopp gab, bevor die Teilnehmer:innen durch die Mehlführergasse und durch die Unterführung der Bahnstation Atzgersdorf zum ÖIF-Gebäude in der Lastenstraße 19 gelangten, wo Sprachkurse für geflüchtete Menschen stattfinden. Dort verbarg sich unter einer Plane eine Mauer aus Bananenkartons mit aufgeklebten Sprüchen in den verschiedensten Sprachen. Auf der Vorderseite in einer „fremden“ Sprache, hinten auf Deutsch. Ajub, der vor einigen Jahren auch nach Österreich zugewandert ist, zeigte anschaulich auf, wie schwierig es ist, Deutsch zu lernen und wie es am einfachsten geht – durch Kontakt mit Einheimischen. Anschließend gelang es den Teilnehmer:innen, aus der Mauer eine Brücke zu bauen, indem das Rätsel um die Fremdwörter aufgelöst wurde.


Singend gingen zogen die Frauen und Männer weiter, begleitet von einer Gitarre, immer noch im Regen, bis zur letzten Station, der Erlöserkirche in der Endresstraße.
Hier fand eine Aktion mit Häferln statt: Die Romaria-Teilnehmer:innen schrieben auf Zetteln nette Willkommensgrüße für neu Zugezogene und steckten die Zettel in die Becher. Diese wurden dann von einer Mitarbeiterin der Caritas mitgenommen. Eine engagierte Caritasmitarbeiterin aus Altsimmering berichtete über das Organisieren von Wohnungen für Geflüchtete durch engagierte Pfarrmitglieder. Schließlich erzählte uns Hala, eine Sozialarbeiterin aus Syrien, die seit zehn Jahren in Österreich lebt, wie schwierig es für Geflüchtete ist, hier eine Wohnung zu finden und dass das Kostenverhältnis der Miete zum Einkommen viel zu hoch ist.
Danach war Zeit für Gespräche und Begegnungen bei einer Agape. Danke allen Helfer:innen und allen, die im Regen durchgehalten haben!
Dietlinde Alphart
Fotos: Pfarrnetzwerk Asyl