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18. Mär 2026
Das Missionsprivatgymnasium St. Rupert in Bischofshofen und das Elisabethinum St. Johann gehen ab dem Schuljahr 2029/30 gemeinsame Wege unter einem Dach.

Um den Erhalt der traditionsreichen Schulen für künftige Schüler:innengenerationen zu sichern, werden die beiden Bildungseinrichtungen der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) aus wirtschaftlichen Gründen zu einem Standort in Bischofshofen zusammengefasst. „Die Wahl auf St. Rupert in Bischofshofen liegt in den vorhandenen räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen begründet (u. a. Verkehrskonzept, Gelände, Gebäudeentwicklung), informieren Martha Mikulka, Geschäftsführerin der VOSÖ als Schulerhalter und Anton Süss, Geschäftsführer des Instituts Österreichischer Orden (IÖO) als Eigentümer der Liegenschaften.
„Unser Zukunftsbild ist ein Standort, an dem zwei Schulen eigenständig wirken, gemeinsame Vorteile nützen (wie z.B. Schulküche, Grünareal) und im gebündelten vielfältigen Ausbildungsangebot für Jugendliche die Bildungsregion Pongau nachhaltig stärken,“ so Mikulka und Süss. Die individuellen Ordenscharismen beider Standorte, ein zentrales Anliegen der VOSÖ, bleiben weiterhin profilgebende Richtschnur.

Die Zusammenlegung zweier Schulen eines Schulerhalters ist in der österreichischen Bildungslandschaft bisher ein Novum.
„Unsere Ordensgründer:innen haben zu ihrer Zeit Bildungseinrichtungen für junge Menschen gegründet. Wir sehen es als unser vorrangiges Ziel, auch in der aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeit Wege für die Sicherung dieser Einrichtungen zu finden. Daher haben wir nach Alternativen zu den im Raum stehenden Schulschließungen gesucht und sehen in der Zusammenführung beider Schulen am Standort Bischofshofen ein tragfähiges Modell für die Zukunft. Zusammen mit beiden pädagogischen Teams, Hausmitarbeiter:innenteams und den Projektverantwortlichen seitens des IÖO und der VOSÖ liegt jetzt eine Prozessarbeit mit vielen spannenden Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten vor uns,“ erklären Mikulka und Süss.
"Wenn zwei Schulen zusammenwachsen, entsteht ein Lernort, der Vielfalt, Erfahrung und Ta-
lente vereint– zum Vorteil unserer Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte," erklärte Christina
Röck, Direktorin des Elisabethinums mit Blick auf das gemeinsame Zukunftsmodell. "Gemeinsam können wir nicht nur voneinander lernen, sondern auch Ressourcen sinnvoll bündeln und unseren Standort in Bischofshofen nachhaltig in der Salzburger Bildungslandschaft erfolgreich etablieren", bekräftigte Franz Saller, Direktor des Missionsprivatgymnasiums St. Rupert.

„Der Gründer der Steyler Missionare, der Hl. Arnold Janssen, hat 1904 selbst den Platz auf dem Kreuzberg in Bischofshofen für eine Schule samt Internat ausgewählt, betont der Provinzial der Steyler Missionare P. Christian Stranz SVD. Im November werden es heuer genau 120 Jahre, dass die ersten vier Schüler von einem Mitbruder in St. Rupert unterrichtet wurden. Viele Generationen von Schüler:innen aus einem weiten Einzugsgebiet haben hier bisher ihre schulische Ausbildung erhalten. Eine große Zahl von ihnen schloss sich unserer weltweiten Gemeinschaft – den Steyler Missionaren - als Ordenspriester an. Vor acht Jahren haben wir unser Missionsprivatgymnasium aus Mangel an ordenseigenem Personal in die Trägerschaft der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) übergeben, um dessen Fortbestand zu sichern.
Wir sind dankbar, dass das Institut Österreichischer Orden und die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs anstelle einer Schulschließung nun mit der Zusammenlegung zweier räumlich nahe gelegener Schulen eine für beide wirtschaftlich sinnvolle Lösung gefunden haben, die letztlich den Fortbestand beider angesehenen Institutionen für die Zukunft sichern und zum Wohl der Schüler und der ganzen Region Pongau beitragen wird.“
Auch die Halleiner Schwestern Franziskanerinnen befürworten die Zusammenlegung: „In den letzten Jahren haben wir, die Halleiner Schwestern Franziskanerinnen, uns auf Grund der Entwicklung unserer Ordensgemeinschaft von unseren Werken getrennt. Die meisten Einrichtungen durften wir in verantwortungsvolle Hände übergeben, die sie in unserem Sinn fortführen. So auch das Elisabethinum in St. Johann, welches dankenswerter Weise im Jahr 2016 von der Vereinigung der Ordensschulen Österreichs übernommen wurde. Wir schätzen es sehr, dass die VOSÖ jetzt weitere Schritte setzt, um den Fortbestand der von uns gegründeten Schule zu sichern. Wir begleiten das Vorhaben mit unserem Gebet und wünschen Gottes Segen und gutes Gelingen,“ erklärt Sr. Benedicta Lienbacher, Generaloberin der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen.


Die Vereinigung der Ordensschulen Österreich wurde 1993 auf Initiative der Österreichischen Ordensgemeinschaften mit dem Ziel gegründet, Bildungseinrichtungen, die nicht mehr von den Ordensgemeinschaften selbst verwaltet werden können, in die Zukunft zu führen. 2026 ist die VOSÖ der größte private Schulträger Österreichs mit 24 Bildungsstandorten (mit gesamt 85 Einrichtungen) von 16 Orden in 8 Bundesländern (Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Steiermark). Rund 14.000 Kinder und SchülerInnen besuchen Bildungseinrichtungen der VOSÖ.
Quelle: VOSÖ
Foto: Christian Tauchner SVD