Starkes Zeichen der Solidarität

AT

12. Apr 2026

Freiwillige verschiedener Glaubensgemeinschaften säuberten die von den Steyler Missionaren betreute Kirche am Keplerplatz von Graffitis.

Starkes Zeichen der Solidarität

Im Dezember 2025 war die Kirche St. Johann Evangelist am Keplerplatz in Wien-Favoriten von Unbekannten großflächig mit Graffitis beschmiert worden. Die Betroffenheit darüber war bei Pfarrer Matthias Felber SVD, der Kirchengemeinde und darüberhinaus im Bezirk und bei anderen Glaubensgemeinschaften groß. Doch es blieb nicht bei Solidaritätsbekundungen. Bereits im Jänner beschlossen Vertreter der Bezirksvorstehung, der MA 17 – Integration und Diversität sowie verschiedener Glaubensgemeinschaften die Graffitis auf der Kirchen fassade gemeinsam zu übermalen.
Kurz vor Ostern war es nun soweit: Zahlreiche helfende Hände packten an und befreiten die Kirchenwände von den grellen Schriftzügen und Krakeleien. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer kamen aus den Reihen der Interreligiösen Dialoggruppe Favoriten, die sich um ein friedliches Miteinander verschiedener Glaubensgemeinschaften im 10. Bezirk bemüht. Frauen und Männer von muslimischen Moscheevereinen, des Islamischen Zentrums der Bosniaken, Jugendliche der Glaubensgemeinschaft Bahá’i waren ebenso dabei wie Bezirkspolitiker mit Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) an der Spitze.

Junge Menschen verschiedener Glaubensrichtungen beteiligten sich an der Übermalung der Graffitis an der Keplerkirche.
Junge Menschen verschiedener Glaubensrichtungen beteiligten sich an der Übermalung der Graffitis an der Keplerkirche.
Auch Bezirksvorsteher Marcus Franz griff zur Malrolle. "Ich bin dankbar, dass so viele Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen gekommen sind."
Auch Bezirksvorsteher Marcus Franz griff zur Malrolle. "Ich bin dankbar, dass so viele Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen gekommen sind."

Respekt und Miteinander statt Hass und Spaltung

Gemeinsam griffen die Freiwilligen zu weißer Farbe, Pinsel und Malrollen, um ein sichtbares Zeichen gegen Vandalismus, Hass und Spaltung sowie für Respekt und Miteinander zu setzen. Bezahlt wurden die Materialien fürs Übermalen der Kirche mit Spenden. Insgesamt 2300 Euro sind dafür zusammengekommen.
Angeleitet wurden die Freiwilligen von Malermeister Gerhard Roschinsky aus der nahen Columbusgasse. Bereits im Jänner war eine erste Schmiererei symbolisch übermalt worden. Für die vollständige Reinigung musste man jedoch auf wärmere Temperaturen warten.

Malermeister Gerhard Roschinsky leitete die Freiwilligen fachgerecht an.
Malermeister Gerhard Roschinsky leitete die Freiwilligen fachgerecht an.

Auch Nicht-Katholiken identifizieren sich mit Keplerkirche

Die Keplerkirche gehört zur Pfarre Zum Göttlichen Wort, die von Pfarrer P. Matthias Felber SVD und seinen Steyler Mitbrüdern betreut wird. Pater Felber zeigte sich berührt von der großen Welle der Solidarität von Menschen unterschiedlicher Herkunft. „Ich freue mich sehr, dass die Menschen nicht erklären, das ist die Kirche der Katholiken und fertig, sondern dass die Leute sagen, das ist unsere Kirche, die gehört zu Favoriten. Diese Identifizierung mit diesem Gebäude finde so toll.“
Auch der Erste Imam von Wien, Ermin Sehic, freute sich über die Aktion: „Es ist wunderbar, dass eine Moschee Spenden sammelt für eine Kirche, das hat, glaube ich, eine gewisse Tragweite, dass wir uns hier in Favoriten füreinander und für ein harmonisches Zusammenleben einsetzen. Darauf können wir als Wienerinnen und Wiener stolz sein.“
Bezirksvorsteher Marcus Franz sieht in der Hilfsbereitschaft der zahlreichen Freiwilligen ebenfalls ein starkes Signal. „Ich bin dankbar dafür, dass so viele Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen gekommen sind. Das ist der Zusammenhalt, der in Favoriten groß gehalten wird.“
Die Ermittlungen wegen schwerer Sachbeschädigung gegen die unbekannten Täter sind im Laufen. Damit derartige Schmierereien in Zukunft seltener vorkommen, strebt Bezirksvorsteher Franz eine Videoüberwachung an.

Pfarrer P. Matthias Felber: Berührt von der großen Welle der Solidarität von Menschen unterschiedlicher Herkunft.
Pfarrer P. Matthias Felber: Berührt von der großen Welle der Solidarität von Menschen unterschiedlicher Herkunft.
Reges Medieninteresse: Pfarrer P. Matthias Felber SVD und Imam Ermin Sehic gaben Interviews.
Reges Medieninteresse: Pfarrer P. Matthias Felber SVD und Imam Ermin Sehic gaben Interviews.

Fotos: Nixon Kappalamukkal SVD

Datenschutzhinweis

Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Facebook und Youtube welche dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Datenschutzinformationen