P. Jakob Mitterhöfer SVD (1936 – 2026)

AT

11. Mai 2026

Der Gott des Lebens hat unseren Mitbruder, Pater Jakob Mitterhöfer SVD, am 9. Mai 2026 in St. Gabriel zu sich gerufen.

P. Jakob Mitterhöfer SVD (1936 – 2026)

Jakob wurde dem Ehepaar Jakob und Anna Mitterhöfer am 6. September 1936 in Neustift an der Rosalia, Pfarre Forchtenstein im Burgenland geboren und wuchs mit vier Geschwistern auf. Nach der Volksschule besuchte er das Missionsprivatgymnasium St. Rupert der Steyler Missionare (SVD) in Bischofshofen, wo er 1956 maturierte. Danach trat er im Missionshaus St. Gabriel, Maria Enzersdorf, ins Noviziat ein, und legte 1958 die ersten Gelübde ab. Das Theologiestudium setzte er in Rom an der Gregoriana fort, schloss sich 1961 mit den ewigen Gelübden für immer der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) an und empfing 1963 in Nemi bei Rom die Priesterweihe. Danach begann er ein Doktoratsstudium in Dogmatik, das er 1968 abschloss.
Ab 1966 übernahm er die Aufgabe des Generalsekretärs der Päpstlichen Missionswerke (später Missio) in Österreich, die er 28 Jahre treu erfüllte. Während dieser Zeit machte er viele Reisen (Asien, Westafrika, Süd- und Mittelamerika) und wurde mit der Weltkirche vertraut. Wichtige Anliegen waren ihm die Aktion Missio, welche die Weltkirche in den Pfarren bekannter machte und die Förderung der Priesterpatenschaften für die Ausbildung einheimischer Priester. Zudem setzte er sich mehr und mehr mit der Befreiungstheologie auseinander.
Ab 1969 war er Professor für Dogmatik und Missiologie an der Hochschule in St. Gabriel und unterrichtete auch an Katholischen Fakultät der Universität Wien und an der Hochschule Heiligenkreuz. Er war oft für Stellungnahmen in den Medien und für Kontakte zu kirchlichen JournalistInnen angefragt.
Bei einer Reise nach Santo Domingo im Jahre 1992 erlitt er einen schweren Autounfall, den er nur knapp überlebte und der in Österreich einen langen Genesungsprozess erforderte, den er mit Entschiedenheit auf sich nahm.
Nach seiner Zeit bei Missio machte er ein Jahr lang einen Studienaufenthalt im Libanon und blieb den Menschen dort zeitlebens solidarisch verbunden.
Von 1995 bis 2001 leitete er die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Gabriel als Dekan. Er diente der österreichischen Ordensprovinz neun Jahre als Vizeprovinzial und war eine Zeitlang Mitglied des Hausrates von St. Gabriel.
Mit 66 Jahren war er bereit, die Pfarren Hinterbrühl und Südstadt als Moderator zu übernehmen. Dabei baute er auf die Laien und traute ihnen viel zu. Er begegnete den Menschen auf Augenhöhe und war ein einfühlsamer Seelsorger. Er hatte eine große Weite und auch den Mut ‚anzuecken‘; jedoch wusste man bei ihm stets, wie man dran war. Jakob war ein lebensfroher Mensch, mit Sinn für Humor, und genoss in beiden Pfarren hohe Wertschätzung.
Nach der Entpflichtung aus der Pfarrseelsorge im Jahre 2013 setzte er sich nicht zur Ruhe, sondern war für Aushilfen bereit, leitete Bibelprojekte und -gruppen, und veröffentlichte seine Gedanken zum Glauben im Licht der neuen Wissenschaften in mehreren Schriften, von denen die letzte erst kürzlich erschien. Da stellte er fest, dass „doch gerade der Weg Jesu bis heute eine überaus sinnerfüllende Antwort!“ ist. Auf diesen setzte er auch in seinen schwierigen letzten Tagen, bevor ihn der Schöpfer zu sich berief.
Mit seinen Angehörigen und allen, denen er wertvoll war, danken wir dem Herrn für das Leben und Wirken unseres Mitbruders Jakob Mitterhöfer bei der Eucharistiefeier am Montag, dem 18. Mai, um 14.00 Uhr, in der Heilig-Geist-Kirche von St. Gabriel. Danach geleiten wir ihn zu seiner letzten Ruhestätte auf den Friedhof unseres Missionshauses.
P. Franz Pilz SVD
Rektor

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