AT
05. Jun 2026
Bei einem Treffen in St. Gabriel beschäftigten sich Vertreter europäischer SVD-Provinzen mit der Zukunft der Steyler Berufungspastoral in Europa.

Einen Vorschlag für ein gemeinsames Verständnis und mögliche Aktivitäten der Steyler Berufungspastoral in Europa diskutierten Vertreter von europäischen Steyler Ordensprovinzen von 31.5. bis 3.6.2026 bei einer Tagung im Missionshaus St. Gabriel. Unter den zehn Teilnehmern aus Ungarn, der Slowakei, Österreich, der Schweiz, Deutschland, Spanien und Portugal war auch der Koordinator der Europa-Zone, P. Franz Helm SVD. Der Präsident der Europa-Zone P. Marek Vanus SVD (Provinzial Slowakei), stattete dem Treffen ebenfalls einen Besuch ab.

Als Kernpunkt der Überlegungen kristallisierte sich heraus, dass zwischen Berufsanimation und eigentlicher Berufungspastoral unterschieden werden muss. Berufsanimation sei breiter angelegt und gehöre zur Pfarrseelsorge, zur Seelsorge an Schulen oder in Migrantengemeinden genauso dazu wie zur Jugendpastoral. „Sie ist Aufgabe jedes Mitglieds unserer Gemeinschaft und hat damit zu tun, Menschen mit unserem missionarischen Charisma und unserer weltweiten Ordensgemeinschaft bekannt zu machen“, erläuterte P. Franz Helm. Bei der eigentlichen Berufungspastoral gehe es hingegen um die Begleitung junger Erwachsener zwischen 20 und 35 Jahren, die sich für eine Mitgliedschaft in der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ interessieren. Dieser Prozess sollte Erfahrungen des Mitlebens anbieten sowie Begleitung für die Unterscheidung und Entscheidung und zum Postulat bzw. Noviziat hinführen, konkretisierte Pater Helm.

Der Koordinator der Europa-Zone der SVD bedauerte, dass nur aus ca. der Hälfte der Steyler Ordensprovinzen in Europa Verantwortliche für die Berufungspastoral zum Treffen in St. Gabriel gekommen waren. Dafür gebe es mehrere Gründe, so Helm: „In manchen Provinzen gibt es gar keine Verantwortlichen mehr, weil es an Personal, Motivation oder am Glauben fehlt, dass sich junge Erwachsene überhaupt für unsere Ordensgemeinschaft interessieren könnten.“ In manchen Provinzen habe es seit mehreren Jahrzehnten keinen Ordenseintritt mehr gegeben. In anderen Ländern, wie z.B. der Slowakei gebe es einheimischen Ordensnachwuchs.
„Eine große Schwierigkeit ist mittlerweile in Europa, dass wir Interessenten schwer sagen können, wie ihre Ausbildung ablaufen wird. Oft gibt es kein Noviziat in der Muttersprache des jeweiligen Interessenten. Es ist eine offene Frage, wie das gelöst werden kann“, erklärte Pater Helm und führte einige Beispiele für Lösungsansätze an: „Sollen Novizen aus Europa auf die auf die Philippinen geschickt werden, wo es bereits ein gemeinsames englischsprachiges Noviziat verschiedener asiatischer Ordensprovinzen der Steyler Missionare gibt. Oder aber sollen in Europa mehrere Provinzen gemeinsam Noviziate organisieren? Oder sollen ein englischsprachiges und ein spanischsprachiges Noviziat in Europa geschaffen werden.“


Eine weitere wichtige Frage, die die Teilnehmer des Treffens beschäftigte, war, wo es überhaupt möglich sei mit Interessenten für die Steyler Missionare in Kontakt zu treten. Pater Franz Helm: „Wo treffen unsere Berufungspastoral-Verantwortlichen junge Männer an, die auf der Suche sind nach einer Vertiefung im Glauben und einem sinnvollen Engagement?“ Die Universitätspastoral scheine ein solcher Ort zu sein. Entscheidend seien aber immer persönliche Beziehungen und Begleitungen, oft über Jahre hinweg.
Die Berufungspastoral-Verantwortlichen berichteten, dass sie positive Erfahrungen mit Teams gemacht hätten, die der Frage nach den Orten zum Auffinden suchender Menschen nachgingen. Es sei von Vorteil, wenn diese Teams nicht nur aus Steyler Missionaren bestünden, sondern auch Steyler Missionsschwestern mit einbeziehen bzw. junge Menschen, die den Steylern verbunden sind.

Bei dem Treffen wurde betont, dass das Gebet um Berufungen wichtig sei, weil im Gebet eine positive Haltung geistlichen Berufungen gegenüber eingeübt und eine Offenheit für sie ausgedrückt werde.
Im Rahmen der Tagung besuchte die Gruppe der Berufungspastoral-Verantwortlichen auch das Zisterzienserstift Heiligenkreuz, wo sich die Teilnehmer mit dem Novizenmeister des Stifts, Pater Tarcisius, und dem Prior, Pater Johannes Paul, austauschten.
Fotos: Franz Helm SVD

