Der Weg zu den Quellen führt gegen den Strom

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10. Aug 2026

Eine Pilgergruppe mit Br. Emanuel Huemer SVD begab sich auf einer mehrtägigen Wanderung auf die Spuren Franz Jägerstätters.

Der Weg zu den Quellen führt gegen den Strom

Eine kleine Gruppe pilgerte Anfang August vom Attersee in den Heimatort des Seligen Franz Jägerstätter, nach St. Radegund im Innviertel. Auf ihrem Weg ließen sich die Teilnehmer aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden auf den Prozess ein, der den Märtyrer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus dazu führte, aus Glaubensgründen den Wehrdienst zu verweigern. Jägerstätters Quellen dafür waren die eindringliche Lektüre der Bibel, Gebet und Austausch über die verwirrenden Verhältnisse seiner Zeit mit Nachbarn, Verwandten, Priestern und vor allem mit seiner Frau Franziska, die ihm treu zur Seite stand. Das Lebenszeugnis Franz Jägerstätters fasziniert bis heute Menschen und gibt Orientierung. 2007 wurde der Oberösterreicher dafür seliggesprochen.
„An Franz Jägerstätter gefällt mir der Prozess, wie er sich aufrichtig und vor seinem katholisch geprägten Gewissen gegen den Dienst in der Wehrmacht entschied, aber vor allem, dass er von Anfang an jede Art der Kollaboration mit der NSDAP und ihren Gliederungen verweigerte und bereit war den 'sozialen' Preis in der Dorfgemeinschaft dafür zu zahlen“, beschreibt Sabine, eine der Teilnehmerinnen, was sie an Franz Jägerstätter fasziniert.

„Wie Gewissensbildung in dunkler Zeit geschehen kann“

Die Einladung zum Jägerstätter-Pilgern war vom Steyler Missionar Br. Emanuel Huemer SVD und von Kaplan Jan Röttgers (geistlicher Beirat bei pax christi im Bistum Münster) ausgegangen. Die Pilger ließen sich in Impulsen, Gebeten und im stillen Gehen auf Themen wie Freiheit in einer Welt der "Sachzwänge", Freude an der Schöpfung, Umkehr, Nachfolge, Entfeindungsliebe, Unterscheidung der Geister, Gott oder Götze, Autorität der Leidenden, die Frage nach der Großelterngeneration und aktuellen (friedens)ethischen und antimilitaristischen Fragestellungen ein.
„Wir leben in einer Zeit globaler Aufrüstung und aufziehender Kriege, die vorbereitet werden und denen oft das Wort geredet wird. Eine wichtige unserer Tage Aufgabe ist darum, sich damit auseinanderzusetzen. Grade diejenigen, die damit nicht einverstanden sind und versuchen aus diesen Verhältnissen zu desertieren, finden in der Person des Familienvaters, Kriegsdienstverweigerers und Märtyrers Franz Jägerstätter viele Anregungen und Beispiele, wie Gewissensbildung in dunkler Zeit geschehen kann. Deshalb habe ich gerne am Jägerstätter-Pilgern teilgenommen und kann allen nur empfehlen, sich intensiv mit solchen Beispielen zu beschäftigen“, erklärt Jan-Henrik, ein weiterer Teilnehmer an der achttägigen Pilgerwanderung.

Pilger wurden in Pfarren gastfreundlich aufgenommen

Der Weg führte die Pilger durch die wunderschönen Landschaften des Salzkammerguts und Innviertels, durch Wälder, durch das Ibmer Moor, über Wiesen und Berge. Einige Seen spendeten bei der Hitze willkommene Erfrischung. „Auch Franz Jägerstätter ist durch den reißenden Grenzfluss Salzach geschwommen“, berichtet Br. Emanuel Huemer. „In gewisser Weise vollzog er, was das Jägerstätter-Lied eindrücklich besingt, unter dessen Titel unser Pilgern stand: 'Der Weg zu den Quellen führt gegen den Strom'“.
Freundliche Aufnahme fanden die Pilger in Pfarrheimen, die sich in Gastfreundschaft schier zu überbieten schienen. Den stimmigen Abschluss der Pilgertage bildete die Teilnahme an der Jägerstätter-Gedenkfeier am 8. und 9. August in St. Radegund.

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