Mahnwache für die „Gekreuzigte Schöpfung“

AT

15. Sep 2026

Steyler Missionare und Weggefährt:innen versammelten sich vor der OMV zu einem Gedenken für die Opfer des fossilen Wirtschaftens.

Mahnwache für die „Gekreuzigte Schöpfung“

Unter dem Motto „S’ is a Kreuz mit dem Öl…“ luden die Steyler Missionare am 12. September 2026 in Mannswörth zu einer Mahnwache, bei der der Opfer des Klimawandels gedacht wurde. Den Sorgen und der Trauer um die Klimaerwärmung und ihrer Folgen wurde bei einem Stationengottesdienst, an dem auch Weggefährt:innen der Steyler Missionare teilnahmen, ein liturgischer Rahmen gegeben. Das Opfergedenken in der Schöpfungszeit fand bei der OMV-Raffinerie in Mannswörth statt, da dieser Ort der Produktion fossiler Treibstoffe nach den Worten der Veranstalter „in ursächlichem Zusammenhang mit den klimabedingten Sorgen steht“.
Ausgangspunkt der Mahnwache war der Bahnhof in Mannswörth, wo der Rektor von St. Gabriel, P. Franz Pilz SVD und Provinzial P. Christian Stranz SVD die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßten. Auch der Leiter der Missionsprokur, P. Stephan Dähler SVD, vertrat die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“.
Br. Emanuel Huemer SVD vom Team „Gerechtigkeit-Friede-Bewahrung der Schöpfung“ der Steyler Missionare erklärte die Motivation der Steyler für diese Form des Protests: „Wir möchten beklagen und betrauern, dass durch das Verbrennen von Öl und anderen fossilen Energieträgern so viel Schaden angerichtet wird: An Gut und Leben von Menschen, am Klima, an der Mitwelt, an Gottes guter Schöpfung. Wir beten für alle, die durch das fossile Wirtschaften sprichwörtlich ‚ans Kreuz geschlagen‘ werden“, so Bruder Emanuel.

Gebet für die Opfer des Klimawandels im globalen Süden und in Europa

Gedacht wurde der Betroffenen des Klimawandels im sogenannten globalen Süden ebenso wie jener in Europa und in Österreich. „Die Menschen, die am wenigsten zu der klimatischen Veränderung beitragen, leiden bereits jetzt am stärksten darunter“, betonte Br. Emanuel Huemer SVD. „In anderen Regionen der Erde wird uns vor Augen geführt, wie unsere europäische Zukunft aussehen wird.“
Auch in Österreich dringe der Klimawandel zunehmend stärker ins Alltagsleben ein, wie der heurige Sommer gezeigt habe. Allein für den Monat Juli habe das Ministerium für Gesundheit in Österreich knapp 400 Tote ursächlich mit der Hitze in Zusammenhang gebracht.
Die Hitze treffe nicht alle gleich. „Unser Gedenken galt den vielen Menschen, die es sich nicht ‚richten‘ können. Jenen, deren Arbeitsplatz unerträglich heiß ist, den Kindern, die in dicht besiedelten Bezirken keinen Platz zum Abkühlen finden und den Vulnerablen in unserer Gesellschaft, etwa Alten, Kranken und pflegebedürftigen Personen.“

Auch an den Einsatz der Klimaaktivist:innen wurde gedacht

Auch der Einsatz der Klimaaktivist:innen, die vor der Klimakatastrophe warnen und viele Rückschläge erleiden mussten, wurde bei den Stationen vor Augen geführt. Dabei konnten die Teilnehmer:innen das Wort ergreifen und sich mit ihren Erfahrungen einbringen. So wurden Klimaaktivist:innen genannt, die unter Repressionen zu leiden hatten, wie der Jesuit Jörg Alt, der für sein Engagement ins Gefängnis ging. Aber auch an nahestehende Menschen, wie die Schwester einer teilnehmenden Person, wurde gedacht.

Der Weg führte die rund 20 Teilnehmer:innen vor den Zaun der OMV, weiter zu einer Feuerwehrstation und zurück zum Bahnhof Mannswörth. Das mitgetragene Kreuz wurde mit fünf „Kreuzsplittern“ versehen, die für je eine vom Klimawandel betroffene Gruppe standen – gleichzeitig eine konkrete Umsetzung des Festes „Kreuzerhöhung“, das am 14. September gefeiert wurde. "Wird man sich der Ausmaße der gerade vor sich gehenden Umbrüche wie der Biodiversitätskrise und der Klimakatastrophe gewahr, ist die Rede von der ‚Gekreuzigten Schöpfung‘ nicht weit hergeholt“, betonte Br. Emanuel Huemer SVD.

Fotos: SVD, Georg Löffler

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