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23. Sep 2026
P. Janvier Koutandji SVD ist Generalvikar der Diözese Saint-Denise. Hier wird sich Papst Leo XIV. zum Start seiner Frankreich-Reise mit Jugendlichen zu einem Nachtgebet versammeln.
Am 25. September, am ersten Abend seiner viertägigen Frankreich-Reise, trifft Papst Leo XIV. im Stade de France in der Vorstadt von Paris mit Tausenden Jugendlichen zu einer Vigil, einer nächtlichen Gebetswache, zusammen. Die jungen Menschen, denen es gelungen ist, eines der begehrten Tickets zu ergattern, werden aus ganz Frankreich anreisen, doch besonders groß ist die Begeisterung in Saint-Denis, in dem sich das Stade de France befindet. Hier fand 2016 das Finale der Fußball-Europameisterschaft statt. In die Schlagzeilen geriet das Stadion aber auch, weil es im November 2025 einer der Schauplätze der islamistischen Terroranschläge in Paris war.
Der aus Togo stammende Steyler Missionar P. Janvier Koutandji SVD arbeitet seit rund zehn Jahren in Saint-Denis, wo die Steyler Missionare die Pfarren Rosny-sous-Bois und Noisy-le Grand mit mehreren Teil-Gemeinden betreuen. Der Distrikt Paris gehört zur Mitteleuropäischen Provinz der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“.
Pater Koutandji war in der Pfarrseelsorge, Gefängnispastoral und in der diözesanen Jugendarbeit tätig, ehe ihn Bischof Ètienne Guillet im April 2026 zum Generalvikar der Diözese Saint-Denis ernannte. Das Departement Seine-Saint-Denis in den Banlieus von Paris ist mit großen politischen und sozialen Herausforderungen konfrontiert. Es ist geprägt von der großen Zahl an Migranten. Seine-Saint-Denis gilt als Hotspot für Gewalt. Kriminalität, Drogen und Arbeitslosigkeit sind ein großes Problem.
Im Gespräch mit dem christlichen Online-Medium Aleteia beschrieb Pater Koutandji kurz vor dem Papstbesuch, was die Begegnung mit Papst Leo bei der nächtlichen Gebetswache für die Jugendlichen in seiner Diözese bedeutet. Der Papst habe sich gewünscht, im Rahmen seines apostolischen Besuches Zeit für den Austausch mit Jugendlichen zu haben, erklärte Pater Janvier. „Die Vigil wird es dem Papst ermöglichen, mit ihnen über das zu sprechen, was sie bewegt, und ihre Fragen zu beantworten.“ Papst Leo werde sich an die jungen Menschen wenden, die sich Fragen nach dem Sinn ihres Lebens stellen, die besorgt über ihre Zukunft sind, aber auch das Bedürfnis verspüren, inmitten der Sorgen und Schwierigkeiten des Lebens ein anderes Wort zu hören als das, was die Medien ihnen tagtäglich vermitteln, so der Generalvikar.
„Junge Menschen brauchen eine andere Botschaft als die, die sie tagtäglich über Gewalt, Krieg oder über die Herausforderungen hören, mit denen wir heute konfrontiert sind. Leo XIV. hat eine Stimme, die weit trägt. Seine Botschaft reicht über die Grenzen der katholischen Christen hinaus“, betonte der Steyler Missionar in dem Interview mit „Aleteia“.
Ich habe mich mit den Jugendlichen meiner Gemeinde ausgetauscht und erfuhr dabei, dass sie ein tiefes Verlangen nach Innerlichkeit verspüren.“ Die Jugendlichen freuten sich auf diese Begegnung, die es ihnen ermögliche, Gemeinschaft zu erleben und zu entdecken, dass sie mit ihrem Glauben nicht allein sind. „Ihre Begeisterung rührt auch daher, dass der Papst zu uns nach Saint-Denis, in unsere Diözese, kommt. Das motiviert sie umso mehr, ihm zu begegnen!“, unterstrich Pater Koutandji.
An der nächtlichen Gebetswache mit dem Papst werden langjährige Gläubige ebenso teilnehmen wie Neugetaufte und Taufwerber. In Frankreich, insbesondere im Großraum Paris, sei seit einigen Jahren eine steigende Zahl von jugendlichen und erwachsenen Taufwerbern zu beobachten, so der Generalvikar. Auch die Steyler Missionare begleiten in ihren Pfarren jedes Jahr etwa 60 bis 70 Katechumenen bei der Vorbereitung auf die Taufe, Erstkommunion und Firmung. Im Juni 2026 fand in Frankreich eine große Kirchenversammlung statt, um über die geistliche Begleitung von Taufanwärtern und Neugetauften zu beraten.
Bereits am ersten Tag der Anmeldung für die Vigil im Stade de France sei die Nachfrage nach Tickets sehr groß gewesen. „Viele junge Menschen haben uns ihre Enttäuschung darüber mitgeteilt, dass sie keine Eintrittskarten bekommen konnten. Es ist daher geplant, eine Übertragung zu organisieren und Orte in der Diözese einzurichten, an denen sich diejenigen, die nicht im Stadion sein können – treffen können, um die Nachtwache gemeinsam zu verfolgen und diesen Moment zu teilen. Die Begegnung mit Papst Leo sei zugleich ein Moment der Gemeinschaft. Für die Jugendlichen sei es daher sehr wichtig, dieses Ereignis gemeinsam zu erleben. „Es gibt den Spruch: „Ein Christ allein ist ein Christ in Gefahr“. Die Freude über die Begegnung mit Christus durch seinen Hirten ist eine Freude, die man auch teilt. Zusammensein, diese christliche Freude zu teilen, aber auch zu wissen, dass man in diesem Glaubensschwung unterstützt und ermutigt wird.