Den Sinn der Berufung neu entdecken

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29. Sep 2026

Am Fest der Erzengel feierten acht Steyler Missionare ihre runden Priester- und Gelübdejubiläen in der Heilig-Geist-Kirche von St. Gabriel.

Die Jubilare (von links nach rechts): P. Wojciech Grzymislawski SVD aus der polnischen Provinz, Provinzial P. Christian Stranz SVD, Br. Thomas Ferenczy SVD, P. Josef Denkmayr SVD, Br. Karl Breitfellner SVD und P. Franz Senfter SVD. Nicht im Bild: P. Georg Ziselsberger SVD und P. Ron Sandoval SVD.
Die Jubilare (von links nach rechts): P. Wojciech Grzymislawski SVD aus der polnischen
Provinz, Provinzial P. Christian Stranz SVD, Br. Thomas Ferenczy SVD, P. Josef Denkmayr SVD, Br. Karl Breitfellner SVD und P. Franz Senfter SVD. Nicht im Bild: P. Georg Ziselsberger SVD und P. Ron Sandoval SVD.

Ein Fest des Dankes und der Verbundenheit feierten die Steyler Missionare am 29.9.2026 im Missionshaus St. Gabriel. Im Rahmen eines Gottesdienstes in der Heilig-Geist-Kirche begingen acht Brüder und Patres im Kreis der Mitbrüder und in Anwesenheit von Verwandten und Freunden runde Jubiläen ihrer Ordensgelübde bzw. ihrer Priesterweihe. Die Feier fand traditionell am Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael – dem Patrozinium von St. Gabriel – statt.
Rektor P. Franz Pilz SVD stellte die Jubilare vor und würdigte ihren jahrzehntelangen Einsatz und Dienst in der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ und in der Kirche. In der Messfeier erneuerten die Ordensmänner ihre Gelübde, die sie vor 65, 50 und 40 Jahren abgelegt hatten. 

Rektor P. Franz Pilz SVD würdigte die Jubilare in seinen Begrüßungsworten.
Rektor P. Franz Pilz SVD würdigte die Jubilare in seinen Begrüßungsworten.

In seiner Predigt betonte Provinzial P. Christian Stranz SVD – er feierte selbst sein 40jähriges Gelübdejubiläum – wie wichtig es sei, den Sinn der Nachfolge und der Berufung nicht aus den Augen zu verlieren. Das betreffe nicht nur Priester und Ordensleute. „Sinn verändert alles!“
In der Jugend habe man einen Beruf ergriffen, der Freude bereitete und mit dem man einen Beitrag zu einem größeren Ganzen leisten wollte. Doch mit fortschreitendem Alter und mit der Routine mache sich „Lauheit“ breit. Es sei daher für ihn und seine Mitbrüder wichtig, die Antwort auf die Frage nach dem Sinn ihrer Nachfolge wieder frisch, in klaren, griffigen Worten zu formulieren. Den Mitfeiernden gab er drei Werkzeuge mit, die in herausfordernden Zeiten den Sinn stärken und die Lebensgeister anfachen können: Erstens, konkrete Projekte angehen, zweitens, sich mit Menschen vernetzen, mit denen man dieselben gesellschaftspolitischen Ziele wie Menschenwürde, Klimaschutz und Friede verfolgt und drittens, nicht in Selbstmitleid zu versinken, sondern auch unangenehme Situationen und Leid anzunehmen.

Provinzial P. Christian Stranz SVD gehörte auch zu den Jubilaren. Vor genau 40 Jahren legte er in St. Gabriel seine ersten Gelübde ab. Seine Predigt richtete er daher auch an sich selbst.
Provinzial P. Christian Stranz SVD gehörte auch zu den Jubilaren. Vor genau 40 Jahren legte er in St. Gabriel seine ersten Gelübde ab. Seine Predigt richtete er daher auch an sich selbst.

Seit 65 Jahren im Dienst des Göttlichen Wortes

Auf 65 Jahre im Orden können Br. Thomas Ferenczy SVD und Br. Karl Breitfellner SVD dankbar zurückblicken: Br. Thomas Ferenczy wurde 1934 in Wien geboren. Der gelernte Litograph trat mit 25 Jahren in St. Gabriel in die „Societas Verbi Divini“ ein. Er baute die Offset-Abteilung in der ordenseigenen Druckerei auf und leitete sie viele Jahre lang. Danach war er mehr als 30 Jahre lang mit Herz und Seele Pförtner im Missionshaus St. Gabriel. Seit seinem 90. Geburtstag verbringt Br. Thomas Ferenczy seinen Ruhestand im Freinademetzheim, der Alten- und Pflegeabteilung der Steyler Missionare.
Br. Karl Breitfellner, Jahrgang 1941, stammt aus Kapfenstein in der Steiermark. Mit 18 Jahren trat er bei den Steyler Missionaren ein und legte ebenfalls 1961 seine ersten Gelübde ab. Er erlernte den Beruf des Tischlers und arbeitete später als Krankenpfleger. Viele Jahre lang sah er im Speisesaal der Hausgemeinschaft in St. Gabriel nach dem Rechten.

Können dankbar auf 65 Jahre Ordensleben zurückblicken: Br. Thomas Ferenczy SVD und Br. Karl Breitfellner SVD
Können dankbar auf 65 Jahre Ordensleben zurückblicken: Br. Thomas Ferenczy SVD und Br. Karl Breitfellner SVD

Die „goldenen“ Jubilare

Ihr „Goldenes“ Gelübdejubiläum begingen P. Franz Senfter SVD und P. Georg Ziselsberger SVD, die beide vor 50 Jahren ihre ersten Gelübde ablegten.
P. Franz Senfter wurde 1955 in Sillian in Osttirol geboren. Er besuchte das Missionsgymnasium St. Rupert der Steyler Missionare in Bischofshofen. 1974 schloss er sich der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ an und legte 1976 seine ersten Gelübde ab. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1982 arbeitete Senfter bis 2017 in Misiones (Argentinien) in der Pfarrseelsorge, der Berufungspastoral und Ordensausbildung. Nach seiner Rückkehr nach Europa betreute Pater Senfter die Pilger im Geburtshaus des Heiligen Josef Freinademetz in Oies und war auch in Bozen tätig. Seit August 2026 lebt P. Franz Senfter im Missionshaus St. Gabriel und wirkt als Kaplan in Vösendorf im Pfarrverband Am Petersbach.
P. Georg Ziselsberger, Jahrgang 1955, stammt aus Wien. Nach der Matura trat er 1974 im Missionshaus St. Gabriel ein und legte 1976 die ersten Gelübde ab. 1982 wurde Ziselsberger zum Priester geweiht. Jahrzehntelang wirkte er als Missionar auf den Philippinen, unterbrochen von einem Missiologiestudium an der Steyler Hochschule in St. Augustin. Derzeit pendelt er halbjährig zwischen Österreich und den Philippinen, wo er an einer Hochschule in Manila unterrichtet und Projekte betreut. In der Mitteleuropäischen Provinz ist er Mitglied des Teams „Gerechtigkeit, Friede, Bewahrung der Schöpfung“, außerdem engagiert er sich in der ARGE Schöpfungsverantwortung.

Der Osttiroler P. Franz Senfter SVD legte vor 50 Jahren seine ersten Gelübde in der "Gesellschaft des Göttlichen Wortes" ab.
Der Osttiroler P. Franz Senfter SVD legte vor 50 Jahren seine ersten Gelübde in der "Gesellschaft des Göttlichen Wortes" ab.

Provinzial Stranz beging 40jähriges Gelübdejubiläum

Sein 40jähriges Ordensjubiläum feierte P. Christian Stranz SVD, der Provinzial der Mitteleuropäischen Provinz. Pater Stranz wurde 1966 in Eisenstadt geboren und wuchs in Neusiedl am See auf. Nach der Matura am Bischöflichen Knabenseminar Mattersburg trat er 1984 bei den Steyler Missionaren ein und legte 1986 seine ersten Gelübde ab. Nach der Priesterweihe im Jahr 1992 arbeitet Pater Stranz als Missionar in Argentinien. Im Jänner 2001 kehrte Christian Stranz nach Österreich zurück. Nach einer Tätigkeit in der Jugendpastoral der Diözese Feldkirch war der Steyler Missionar ab 2004 Pfarrer in Dornbirn-Hatlerdorf, ab 2014 auch in Dornbirn-St. Martin. Nach der Zusammenlegung der Dornbirner Pfarren zum Seelsorgeraum „Katholische Kirche in Dornbirn“ wurde Pater Stranz 2019 zum Moderator des Seelsorgeraums ernannt.  Seit 2023 leitet Pater Stranz die Mitteleuropäische Provinz der Steyler Missionare, im Mai 2026 begann seine zweite Funktionsperiode als Provinzial, die noch bis 2029 dauert.

Zwei "40iger": Provinzial P. Christian Stranz SVD beging sein 40jähriges Gelübdejubiläum, P. Wojciech Grzymislawski SVD aus der polnischen Provinz feierte 40jähriges Priesterjubiläum.
Zwei "40iger": Provinzial P. Christian Stranz SVD beging sein 40jähriges Gelübdejubiläum, P. Wojciech Grzymislawski SVD aus der polnischen Provinz feierte 40jähriges Priesterjubiläum.

30 Jahre als Priester im Einsatz

Auch zwei Priesterjubilare hatten Grund zu feiern: P. Josef Denkmayr SVD und P. Ron Sandoval SVD begingen ihr 30jähriges Priesterjubiläum.
P. Josef Denkmayr, Jahrgang 1963, kommt aus Reichenthal im Mühlviertel (Oberösterreich). Nach Abschluss einer Ausbildung zum Krankenpfleger und Lehrpfleger trat er in die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ ein. Nach seinem Philosophie- und Theologiestudium wurde er 1996 in St. Gabriel zum Priester geweiht. Es folgte ein Missionseinsatz in Ghana, wo Pater Denkmayr in der Pfarrseelsorge arbeitete. Nach seiner Rückkehr nach Österreich war er Pfarrer der Herz-Jesu-Pfarre in Mödling. Von 2010 bis 2016 leitete er als Provinzial die Österreichischen Provinz der SVD. Seit mehr als zehn Jahren ist Josef Denkmayr wieder in der Pfarrseelsorge tätig, derzeit als Vikar in der Pfarre „Selige Sr. Maria Restituta“ (Wiener Neudorf – Mödling). Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Freinademetzheimes sorgt er für die alten und kranken Mitbrüder.
Auch P. Ron Sandoval, geboren 1957 auf den Philippinen, wurde im zweiten Bildungsweg Priester. Als ausgebildeter Tierarzt entschied er sich, Steyler Missionar zu werden. 1996 wurde er in seiner Heimat zum Priester geweiht und kam daraufhin nach Österreich. Als Kaplan in der Pfarre am Allerheiligenplatz in Wien begann er bald, für seine philippinischen Landsleute zu sorgen. Seit vielen Jahren leitet er die philippinische Gottesdienstgemeine mit Sitz in der Pfarrkirche St. Johann Evangelist am Keplerplatz in Wien-Favoriten. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Pater Sandoval nicht an der Festmesse in St. Gabriel teilnehmen.
Als Gast feierte auch auch P. Wojciech Grzymislawski SVD aus der polnischen Provinz mit seinen Steyler Mitbrüdern in St. Gabriel. Er wurde vor 40 Jahren hier zum Priester geweiht. Pater Grzymislawski wirkte als Missionar zunächst in Chile, später in Deutschland und Bolivien. Derzeit ist er in seiner Heimat Polen für die Berufungspastoral zuständig.

P. Josef Denkmayr SVD wurde vor 30 Jahren zum Priester geweiht.
P. Josef Denkmayr SVD wurde vor 30 Jahren zum Priester geweiht.

Fotos: Franz Helm SVD

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