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18. Jan 2026
Bei einem feierlichen Gottesdienst im Kloster St. Koloman wurde die neue europäische Provinz der Steyler Missionsschwestern eröffnet.

Am 15. Jänner 2026, dem Fest ihres Gründers Arnold Janssen, feierten die Steyler Missionsschwestern (Dienerinnen des Heiligen Geistes) im Kloster St. Koloman in Stockerau die Gründung der neuen „Europäischen Heilig-Geist-Provinz“. Sie ist ein Zusammenschluss der bisherigen Provinzen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden sowie den Regionen Spanien/Portugal und England/Irland. Der Provinzial der Steyler Missionare, P. Christian Stranz SVD zelebrierte die heilige Messe, in deren Rahmen die neue Provinzleitung in ihr Amt eingeführt wurde. Steyler Missionsschwestern aus ganz Europa mit Generaloberin Sr. Miriam Altenhofen SSpS aus Rom an der Spitze nahmen an der Feier teil. Die österreichische Ordenskonferenz wurde von der Vorsitzenden Sr. Franziska Madl OP repräsentiert, die Erzdiözese Wien vom Bischofsvikar für die Orden, P. Erich Bernhard COp.
Generaloberin Sr. Miriam Altenhofen führte das neue Leitungsteam in sein Amt ein. Es besteht aus der Leiterin der Provinz, Sr. Anna Kofler SSpS und ihren fünf Rätinnen, die je eine der bisherigen Ordensprovinzen repräsentieren: Sr. Debra Sithobekile Ncube SSpS für Spanien/Portugal, Sr. Ewa Pliszczak SSpS für England/Irland, Sr. Lili Purwanti SSpS für die Niederlande, Sr. Christine Müller SSpS für Deutschland und Sr. Hemma Jaschke SSpS für die bisherige österreichische Provinz.
Sr. Miriam legte den Schwestern ans Herz, Leitung als gemeinsame Aufgabe aller zu verstehen. Unterschiede in Persönlichkeit, Erfahrung und Kultur seien kein Hindernis, sondern Bereicherung. Leitung bestehe, so Sr. Miriam, nicht in Autorität, die Respekt abverlangt, sondern im Dienst an der Gemeinschaft. Die Zukunft der Provinz werde von jeder einzelnen Schwester gestaltet, die sich für Engagement, Vertrauen und Hoffnung entscheide. Unabdingbar seien Mut zu Entscheidungen, Geduld in Prozessen und Freude an neuen Zeichen des Lebens, so die Generaloberin.
In seiner Predigt bezog sich Hauptzelebrant P. Christian Stranz auf das Festtagsevangelium: Der Johannesprolog weise auf zwei wichtige missionarische Themen hin: Inkulturation und Inkarnation (Menschwerdung). Pater Stranz legte den Johannesprolog mit einer Formulierung des Autors und Ordensmannes Andreas Knapp aus: „Gott hat sich säkularisiert“. Weil Gott ganz Mensch wurde, ist er nicht nur an heiligen Orten und in schönen Erfahrungen gegenwärtig, sondern auch dort, wo es weh tut, wo es hässlich ist und wo es Heilung braucht innen und außen. Genau dort seien die Steyler Schwestern gerufen, Gott zu begegnen und ihn anderen Menschen erfahrbar zu machen.
„Wir stehen an einer Wegkreuzung, und wir haben bereits die Hinwendung zu einem neuen Weg begonnen – einem neuen Anfang für unsere missionarische SSpS Präsenz in diesem Teil Europas“, betonte die neue Provinzleiterin, Sr. Anna Maria Kofler. „Was wir alle gemeinsam gestalten, wird seine Früchte in den kommenden Jahren entfalten. Wir gehen diesen Weg im Vertrauen darauf, dass Gott selbst uns sowohl das Wollen als auch das Vollbringen schenkt (Philipper 3,1). Mit dieser Verheißung haben wir Ja gesagt zu dem Weg, der vor uns liegt.“
Die Feier zur Provinzgründung war von vielen Zeichen und Symbolen geprägt: Zum Kyrie brachten einige Schwestern in einer Prozession Wasser sowie Erde aus den verschiedenen Ländern der Provinz zum Altar. Als Zeichen des Zusammenwachsens mischte die neue Provinzleiterin die Erden, die die Schwestern aus ihrer jeweiligen Heimat mitgebracht hatten.
Die Regenbogenfarben in der Dekoration von Kirche und Festsaal standen für das Motto „Einheit in Vielfalt“. Auch die bunten Schals, die dem neuen Leitungsteam überreicht wurden sowie ein von Schüler:innen der Fachschule für Sozialberufe in Stockerau gestaltetes Regenbogenbild für den Konferenzsaal der Provinzleitung in St. Koloman spiegelten das Motto wider. Das Kloster war bisher Provinzhaus für Österreich, Südtirol und Rumänien. Nun ist es Sitz der erweiterten Provinzleitung.
Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit in Vielfalt war die Anwesenheit von Schwestern aus den SSpS-Nachbarprovinzen Polen, Ukraine, Slowakei und Russland, die sich mit Geschenken und guten Wünschen einstellten.
Fotos: SSpS