Liturgische Bausteine
An Gott scheitern
1. Lesung: 1Kön 19,9a.11-13a
2. Lesung: Röm 9,1-5
Evangelium: Mt 14,22-33
Wie beim Aufeinandertreffen warmer und kalter Luftmassen schlagartig die Hölle losbrechen kann, haben wir diesen Frühsommer erlebt. Andernorts müssen die Menschen seit Jahrhunderten mit Ausbrüchen der Naturelemente rechnen, wie die Bewohner um den See Genezareth immer wieder auf Fallwinde von den Golanhöhen gefasst sein müssen, die Landschaft und Leben in höchste Gefahr bringen.
Damit deutet die Heilige Schrift an, was auch in den Seelen vorgeht. Schicksalsschläge sind wie Fallwinde, Angst und Aufschrei, Schmerz und Verzweiflung wühlen die Seele auf wie einen tosenden See. Mitten drin wird das Wort des Glaubens bezeugt: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht.“ In diesem Vertrauen wenden wir uns an den auferstandenen Herrn:
Herr Jesus Christus,
Gott,
manchmal stehe ich fest im Glauben,
alles schein sicher zu sein und Halt zu geben.
Dann wieder erfahre ich,
wie du mir wie Sand zwischen den Fingern zerrinnst
und ich weiß nicht mehr ein noch aus.
Du scheinst so fern zu sein.
Existierst du überhaupt? –
Viele, die mir auf meinem Lebensweg Halt gaben,
sind fort, leben nicht mehr.
Einsam und allein stehe ich hier,
ausgepowert, leer.
Und dann die Aufforderung:
Iss und trink! Der Weg ist weit!
Du wandelst Flucht in Auftrag und Rückkehr!
Gott,
lass mich und uns alle hier deine Nähe erfahren,
deinem Wort trauen
und dir in einem Stückchen Brot und einem Schluck Wein begegnen
und daraus Stärkung erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus...
Verlassen von Familie, Freunden und Bekannten; verlassen von allem, was Halt in meinem Leben war! Verfolgt durch Intrigen und Machtstreben. Naturgewalten – ihnen hoffnungslos ausgeliefert, bestimmen mein Schicksal. Nur weg, fort!
Und du, Gott, schweigst?!
Wo neu anfangen? Wo ist Zukunft!? – Nur bei dir!
Herr Jesus Christus, die Jünger durften erfahren, dass du da bist, wie Gott „da ist“. In äußerster Not waren sie, haben dich nicht erkannt und vor Angst geschrien. Dein Wort: „Ich bin es, fürchtet euch nicht.“ hat den Sturm beruhigt und die Jünger zu dankbarer Anbetung gebracht. Es gibt so viele Menschen, die in stummem Schrei unterzugehen drohen. In ihren Anliegen treten wir vor dich hin:
Dein Machtwort, Herr, ist nicht laut, sondern in gläubiger Offenheit deutlich hörbar. Wir danken dir, dass du mitten im Sturm bei uns bist und wir uns nicht zu fürchten brauchen.
Amen.
Ja es ist gut, lebendiger Gott,
dass wir überall verkünden,
wie du den Menschen suchst und immer auf dem Weg zu uns bist.
Das ist wirklich die beste Nachricht,
die man der Welt geben kann.
Aber damit nicht genug.
Du bist so groß und erhaben,
dass du das Einfache, das Schlichte und das,
was vor der Welt keinen Wert zu haben scheint, bevorzugst.
Und das müssen wir dort suchen,
wo Jesus, dein geliebter Sohn, unser Bruder und Herr, es uns zeigt:
wir finden es in der Gemeinschaft der Christen,
in den Sakramenten, in den Armen und Notleidenden,
die bei dir an erster Stelle stehen.
Wir sind hier, weil wir in dir die größte Liebe entdeckt haben.
Du liebst uns vorbehaltlos.
Und gerade dieses Verhalten uns gegenüber
gibt uns die Sicherheit und das Vertrauen,
inmitten all der Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellen,
mit Hingabe leben zu können.
Deshalb loben wir deine Größe und Macht
und singen wie aus einem Munde das Lob deiner Herrlichkeit.
Quelle unbekannt
Gott lädt uns ein, ihm zu vertrauen und uns immer neu vertrauensvoll an ihn zu wenden. So lasst uns jetzt beten, wie Jesus uns zu beten gelehrt hat: Vater unser, …
Herr, wir danken dir für alle Menschen, die Schritte zu Frieden und Versöhnung tun. Und wir bitten dich für alle, die dazu noch nicht bereit sind: Herr Jesus Christus, schau nicht...
Gott,
wo wir hoffnungslos zu scheitern
und den Weg aus den Augen zu verlieren drohen,
geh mit uns.
Lass uns erkennen,
dass wir dich im leisen Säuseln, in kleinen Dingen des Alltags,
wie hier in den gewandelten Zeichen, immer wieder finden können.
Die hl. Speise, die wir empfangen durften, gebe uns Kraft,
unseren Weg mit dir und zu den Menschen fortzusetzen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn...
Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.
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