23. Sonntag im Jahreskreis (A)

Liturgische Bausteine

„Gott versöhnt dieses missratene Geschöpf mit sich“

1. Lesung: Ez 33,7-9
2. Lesung: Röm 13,8-10
Evangelium: Mt 18,15-20


Einleitung

Dass mit unserer Welt etwas schief läuft, kann zu dieser Zeit jeder deutlich spüren. Dass der Mensch in seiner Rücksichtslosigkeit und Gier der größte Schädling der Schöpfung ist, kann auch jeder wissen und beobachten. Dass Gott dieses missratene Geschöpf mit sich versöhnt durch Jesus Christus, ist die Botschaft, aus der unser Glaube und unsere Hoffnung Kraft schöpfen können. Ja, uns ist sogar der Dienst der Versöhnung aufgetragen zusammen mit Jesus Christus, unserem Bruder und Herrn, um den wir jetzt versammelt sind.

Kyrie

Herr Jesus Christus,
- du bist gekommen, uns mit dem himmlischen Vater zu versöhnen. Herr, erbarme dich.
- Du hast uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen. Christus, erbarme dich.
- Du bist unser Friede und unsere Versöhnung. Herr, erbarme dich.
 

Tagesgebet

Gott und Vater, unseres Herrn Jesus Christus, wir sind im Namen deines Sohnes versammelt. Er ist mitten unter uns. Lass uns aus der Freude des Evangeliums leben. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Bruder, der mit dir und dem Heiligen Geist in unserer Mitte lebt jetzt und in Ewigkeit.

 

Fürbitten

Gott, unser Schöpfer und Vater,
du kannst die Geschicke der Menschen leiten, ohne ihre Freiheit zu beschneiden. In Zeiten der weltweiten tödlichen Seuche wirkt sich das rücksichtslose Pochen auf persönliche Freiheit und Selbstbestimmung fatal aus. Du allein, Allmächtiger, kannst Gedanken und Herzen der Menschen lenken. Darum bitten wir:
GL 266 „Bekehre uns, vergib die Sünden, schenke, Herr, uns neu dein Erbarmen.“

- Wir beten für jene, die von der gefährlichen Krankheit befallen sind: Lass sie bald genesen ins Leben der Gemeinschaft zurückkehren, oder wenn sie sterben müssen, sei ihnen nahe und hole sie heim zu dir.
- Wir beten für jene, die durch Quarantäne vom Leben in Gemeinschaft abgeschnitten sind: Öffne für sie, besonders für gefährdete ältere Menschen, bald wieder ihren gewohnten Lebensraum.
- Wir beten für uns selbst: Gib uns Einsicht und Geduld, dass wir die Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Seuche ernst nehmen und beachten. Und wenn wir die Situation als drückend erfahren, lass uns bewusst werden, wie kostbar und schutzbedürftig Freiheit ist.
- Wir beten für die Kirche: Sie ist vom Nachruf verbrecherischer Taten und von verbohrter Unbeweglichkeit wie von einer Pest befallen. Reinige und belebe sie, dass aus ihrem Leben wieder das Evangelium aufstrahlen kann.

Gott, unser Vater, denen, die dir aufrichtig folgen wollen, hat Jesus gesagt: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde!“ Wir sind voller Zuversicht im gläubigen Wissen, dass du bei uns bist, und vertrauen darauf, dass sich in unserer Schwachheit deine Kraft vollendet durch Christus unseren Herrn.
 

Gabengebet

Guter Gott, du hast dein Volk in der Wüste mit Manna gespeist und Wasser fließen lassen aus dem Felsen. Du willst auch uns speisen am Tisch deines Sohnes. Nimm die Gaben an, die wir für dieses Mahl bereitet haben. Durch Christus, unsern Herrn.

 

Präfation – „Du verlässt uns nie“

Gott und Vater,
wir wenden uns an dich,
weil wir durch Jesus,
deinen geliebten Sohn, wissen,
dass du der Gott bist,
der sich verschenkt,
der mit uns ein Fest feiern will,
der uns durch einen Bund Frieden
und Wahrheit zusichert.
An dich wenden wir uns,
weil du uns nie verlässt,
weil du immer
zur Barmherzigkeit bereit bist
und uns so annimmst, wie wir sind.
Du überhäufst uns mit deiner Liebe,
du bewahrst uns und lädst uns ein,
voranzuschreiten auf dem Weg
der Solidarität mit allen Menschen,
wie es uns unser Herr Jesus Christus
vorgelebt hat.
Durch ihn preisen wir dich jetzt
und in Ewigkeit
und singen voll Freude
das Lob deiner Herrlichkeit:
Sanctus

 

Hochgebet – „Versöhnung IV“

(Nach dem Sanctus fährt der Priester fort)
Herr, unser Gott,
wir wollen versuchen,
zu dir zu beten, dir zu danken,
weil es bei uns nicht ganz finster ist,
weil wir ein Stück Sonne,
einen Silberstreif Versöhnung
gesehen haben
in deinem Sohn Jesus Christus.
V/A: Beim Herrn ist Barmherzigkeit
und reiche Erlösung. (GL 518)

Wir sehnen uns nach Versöhnung,
nach Sonne, nach Licht,
wie die Völker vieler Kulturen
die Sonne gesucht haben
in Freude und Furcht,
mit lautem Lobpreis
und ehrfürchtigem Schweigen.

Wir danken dir für Jesus,
der uns einen Weg gezeigt hat,
wie wir unser Leben erhellen können,
wie wir füreinander Sonne sein können,
wie wir Frieden machen
und Versöhnung stiften können.
V/A: Beim Herrn ist …

Wir wissen,
dass noch viel Dunkelheit,
viel Unversöhnlichkeit
auf der Erde lastet,
dass Menschen keine Sonne sehen,
weil Angst und Misstrauen,
Egoismus und Machtgier
ihr Leben verdunkeln.

Darum bitten wir
um den Geist Jesu,
dass er uns freimache,
damit wir offen werden füreinander,
damit wir zu Strahlen der Liebe werden.

Dieser Geist Jesu soll,
so bitten wir, unter uns und
über Brot und Wein + lebendig werden,
wenn wir jetzt tun,
wie er, Jesus, damals getan hat.

Da er die Seinen liebte,
die in der Welt waren,
liebte er sie bis zur Vollendung.
Und als die Stunde kam,
dass er von dir verherrlicht werde,
nahm er beim Mahl das Brot
und sprach den Segen, brach es
und reichte es seinen Jüngern
mit den Worten:

NEHMT UND ESST ALLE DAVON:
DAS IST MEIN LEIB,
DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.

Ebenso nahm er den Kelch mit Wein,
dankte und reichte ihn seinen Jüngern
mit den Worten:

NEHMT UND TRINKT ALLE DARAUS:
DAS IST DER KELCH
DES NEUEN UND EWIGEN BUNDES.
MEIN BLUT, DAS FÜR EUCH
UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD
ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Darum verkünden wir hier und jetzt
das Geheimnis des Glaubens ...
Akklamation

An ihn, deinen Sohn,
unseren Bruder, Jesus Christus,
denken wir,
aber auch an alle Menschen,
die uns nahe sind,
weil sie unser Leben erhellen.
Wir bitten für alle Menschen,
besonders für jene,
die in ihrer Dunkelheit und Unversöhntheit
allein gelassen werden,
damit wir alle spüren,
dass die Dunkelheit keine Chance hat
gegen das Licht
der Liebe und Versöhnung.

Wir bitten dich für die Kirche
- insbesondere bitten wir
für unseren Papst Franziskus
und die Gemeinschaft der Bischöfe -,
lass uns alle dein Evangelium
in der Welt verkünden.

Treuer Gott,
deinem Herzen vertrauen
wir die Menschen an,
die wir geliebt haben
und die gestorben sind.
Sei du ihnen die Heimat,
nach der wir uns sehnen.
Breite bergend
die Flügel deiner Gegenwart
über die Sterbenden.
(Hier kann für Verstorbene gebetet werden)

Zusammen mit der Gottesmutter Maria
und allen Heiligen loben
und preisen wir dich:
Doxologie

 

Einleitung zum Vaterunser

Ermutigt zum Gebet und mit den Worten unseres Herrn, lasst uns alle Anliegen dieser Welt zusammenfassen und gemeinsam beten: Vater unser im Himmel, …

 

Einleitung zum Friedensgebet

Frieden kann nur dort entstehen, wo wir uns unserer Verantwortung gegenüber dem Mitmenschen stellen. Das uns dies aber einiges abverlangt, ist jedem von uns klar. Deshalb bitten wir: Herr Jesus Christus, … und schenke uns, …


Schlussgebet

Guter und treuer Gott, im Mahl deines Sohnes lässt du uns immer neu teilnehmen am Leben der kommenden Welt. Dafür danken wir dir und bitten dich: Der Geist, den wir empfangen haben, halte in uns die Hoffnung lebendig und leite uns an zu Taten der Liebe, bis du deine Schöpfung vollenden wirst durch Christus, unsern Herrn.

 

Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.

 

P. Dr. Gerd Birk SVD; P. Karl Jansen SVD

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