Predigtimpuls
Taube hören, Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Tote werden auferweckt (Mt 11,5).
1. Lesung: Jes 35,1-6a.10
2. Lesung: Jak 5,7-10
Evangelium: Mt 11,2-11
Taube hören, Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Tote werden auferweckt (Mt 11,5).
Die Verheissung hat sich in einigem erfüllt. Für Blinde gibt es eine Blindenschrift und Schulung, damit sie an der Welt der Sehenden teilhaben können. Viele Augenkrankheiten – wie der Graue Star -, die früher zu Blindheit führten, können operiert werden. Das Sehvermögen wird erhalten. Für Lahme gibt es die Chirurgie, die bei vielem helfen kann. Hüftoperationen erhalten die Gehfähigkeit ins hohe Alter. Maßgerechte Stöcke und Rollatoren erhalten die Beweglichkeit der alten Leute. Selbst Kniegelenke werden operativ wieder brauchbar gemacht. Der Aussatz ist bei uns ausgerottet. Biblisch steht er aber für alle ansteckenden Krankheiten, vor oder bei denen uns die Medizin mit Pillen, Tröpfchen und Spritzen, wenn es sein muss auch Impfungen, helfen. Tote erwecken wir noch nicht, aber das Leben ist sehr verlängert worden. Manch einer lebt noch, der ohne unsere moderne Medizin schon längst tot wäre. Ist das nicht einer Totenerweckung gleich? Die Medizin verlängert das Leben um Jahre. Bleibt die Hoffnung, dass auch die fast tote Kirche zu neuem Leben ersteht. Auf dem Weg dazu schreiten wir durch den synodalen Weg. Wir hoffen, es sei keine Sackgasse. Bleibt die Hoffnung, dass unsere Jugend Jesus in dem Sinne nachfolgt, dass sie sich für Recht und Gerechtigkeit, für Versöhnung und Liebe einsetzt. Die kirchlichen Strukturen wird sie wohl nicht so schnell wieder mittragen.
Die Zeichen, von denen Jesus redet, dass sie Zeichen des Reiches Gottes seien, zeigen sich deutlich. Auch die Vision des Propheten Jesaja ist weitgehend erfüllt. Dies geschah anders als vom Propheten gedacht. Es war nicht ein wuchtiger Eingriff Gottes, des JHWH, der damit die eigene Schöpfung korrigiert hätte. Die menschliche Fähigkeit, unser Erfindergeist hat die Erfüllung gebracht. Dazu hat uns Gott befähigt. Bleibt uns noch der letzte Teil der biblischen Vision: der Frieden auf der Erde. Ob uns das auch noch gelingt? Die Politik scheint andere Wege zu gehen. Wir persönlich jedoch sollen im Kleinen anfangen, wir können die Zeichen der Zeit erkennen und danach handeln.
Der Advent will uns besinnlich machen. Israel zurzeit Jesu sehnte sich nach politischer Freiheit und Unabhängigkeit. Die ganze Hoffnung lag auf dem Messias, der von Gott kommen sollte. Jesus war kein politischer Befreier. Er redete von Zeichen im Alltag: Blinde, Lahme, Aussätzige und Taube werden geheilt. Wir danken dir, Gott, für Jesus. Er setzte Zeichen, die die Welt heilen können. Auch wir dürfen Zeichen setzen und mit Jesus hoffen.