20. Sonntag im Jahreskreis (A)

Liturgische Bausteine

Die kanaanäische Frau

1. Lesung: Jes 56, 1.6-7
2. Lesung: Röm 11, 13-15.29-32
Evangelium: Mt 15, 21-28

Einleitung 

(daneben noch Jes 56,1.6-7 und Röm 11,13-15. 29-32, in der thematischen Ausrichtung nicht näher berücksichtigt, der folgende Entwurf bezieht sich auf das Evangelium)

Liebe Schwestern und Brüder,

herzlich willkommen zu unserer Messe am 20. Sonntag im Jahreskreis. Im Evangelium hören wir heute eine der eindrücklichsten und zugleich unbequemsten Erzählungen des Neuen Testaments: die Begegnung Jesu mit einer fremden Frau, die verzweifelt um Hilfe für ihre kranke Tochter bittet und zunächst nur Schweigen und ein hartes Wort erntet.

Es ist eine Geschichte, die so gar nicht zu dem Bild vom immer sanften, immer verständnisvollen Jesus passen will. Und gerade deshalb lohnt es sich, heute genau hinzuhören auf all das, was an einer solchen Erzählung „Evangelium“, d.h. „Frohe Botschaft“ ist!

Lassen Sie uns nun zu Beginn des Gottesdienstes Gott um sein Erbarmen bitten.

Kyrie

Herr Jesus Christus, du bist nicht der Gott unserer Wunschbilder, sondern der, der uns manchmal auch fern ist. Herr, erbarme dich.

Du siehst und hörst besonders die Menschen, die andere lieber übersehen oder wegschicken würden. Christus, erbarme dich.

Du schenkst uns dein Erbarmen auch dann, wenn wir dich und dein Handeln nicht sofort verstehen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, unser Vater, wir dürfen darauf vertrauen, dass du niemanden im Stich lässt, der im Glauben zu dir ruft. Wecke in uns einen Glauben, der nicht aufgehört hat, dich zu bitten, und schenke uns die Weite eines Herzens, das jeden Menschen als deinen geliebten Menschen erkennt. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Fürbitten

Guter Gott, du hast der kanaanäischen Frau nicht die Tür verschlossen, sondern ihr am Ende geschenkt, worum sie gebeten hat. So bringen wir dir voll Vertrauen unsere Anliegen:

1. Wir beten für unsere Gemeinde: dass niemand bei uns vor einer verschlossenen Tür steht, sondern jede und jeder das Gefühl bekommt, gehört und ernst genommen zu werden, auch, wenn eine Bitte oder eine Frage zunächst unbequem ist. Wir bitten dich, erhöre uns.

2. Wir beten für die Kirche: dass sie ihre bleibende Verbundenheit mit dem jüdischen Volk nie vergisst, niemals meint, an dessen Stelle getreten zu sein, und dankbar bleibt für den Platz, der ihr an Gottes Tisch geschenkt wurde. Wir bitten dich, erhöre uns.

3. Wir beten für alle in unserer Stadt, die sich fremd, übersehen oder nicht dazugehörig fühlen, dass sie Menschen finden, die für sie eintreten, so wie die kanaanäische Frau für ihre Tochter eingetreten ist.
Wir bitten dich, erhöre uns.

4. Wir beten für alle Politiker und Politikerinnen, dass sie Weisheit und Mut zu gerechten Entscheidungen finden, dass sie ein besonderes Auge für die haben, die keine laute Stimme haben, und ein wachsames Gewissen gegenüber jeder Versuchung, Menschen nach Herkunft oder Zugehörigkeit ein- oder auszuschließen. Wir bitten dich, erhöre uns.

5. Wir beten für die Sterbenden und die Verstorbenen, dass sie, wie die Tochter der kanaanäischen Frau, aus aller Not heraus zum Leben finden, zum ewigen Leben bei dir. Und für alle, die um sie trauern, dass sie in ihrer Trauer nicht allein bleiben. Wir bitten dich, erhöre uns.

Guter Gott, du hörst uns, auch wenn wir manchmal aufgrund deines Schweigens zweifeln. Nimm alle unsere Bitten an, die ausgesprochenen und die unausgesprochenen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Gabengebet

Herr, unser Gott, nimm die Gaben an, die wir dir bringen, und mache uns wie die kanaanäische Frau bereit, dich auch dann zu suchen, wenn wir dein Wirken nicht gleich erkennen oder verstehen. Schenke uns in diesem Brot und in diesem Wein die Gemeinschaft mit dir, die keinem Menschen verwehrt bleibt, der im Glauben zu dir kommt. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Schlussgebet

Guter Gott,

im Brot der Eucharistie hast du uns heute wieder an deinen Tisch geholt. Wir sind eingeladen in die Gemeinschaft mit dir, ohne dass du deshalb das Volk Israel davon ausgeschlossen hättest. Wir danken dir, dass deine Treue zu Israel, deinem erwählten Volk, bis heute nicht erloschen ist, und dass auch wir Anteil an dieser Treue haben dürfen.

Schenke uns den Glauben der Frau aus dem heutigen Evangelium. Gib uns die Kraft, nicht aufzugeben, wenn du schweigst, und das Vertrauen, dass du es gut mit uns meinst, auch wenn wir dich im Moment nicht verstehen.

Öffne uns die Augen für alle, die uns fremd erscheinen, damit keiner von uns darüber entscheidet, wer an deinen Tisch gehört und wer nicht.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Amen.

Ursula Nothelle-Wildfeuer

Frühere Jahre

Datenschutzhinweis

Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Facebook und Youtube welche dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Datenschutzinformationen