Predigtimpuls
Winzer im Reich Gottes
1. Lesung: Jes 5, 1-7
2. Lesung: Phil 4, 6-9
Evangelium: Mt 21, 33-44
Wir alle sind Winzer im Reich Gottes, und die Schöpfung ist der uns anvertraute Weinberg. Wir stehen nicht unter Leistungsdruck. Wir müssen Geduld haben bis die Trauben reif sind.
Gute Winzer streuen Hoffnung aus, erkennen die Zeichen der Zeit, wollen die Gleichberechtigung in der Kirche, gleiche Würde und Rechte für Mann und Frau.
Papst Leo XIV setzt den synodalen Prozess fort. Im Jahre 2028 wird eine nächste kirchliche Versammlung in Rom stattfinden. Wir hoffen, dass bis dann im Weinberg wieder einiges reift.
Noch sind es vor allem Kleriker, die als Winzer funktionieren. Sind sie treue Winzer, die Gott, dem Besitzer des Weinbergs, rechtzeitig Ihren Pflichtteil an der Erneuerung der Kirche abgeben?
Verschiedene Weinberge tragen verschiedene Trauben. Sind die Weinstöcke angepasst an Boden, Wasser und Sonnenlage, bringen sie die besten Trauben. Der Weinberg der Kirche in Europa oder schon in verschiedenen Ländern in Europa ist anders als etwa in Asien, Afrika oder Amerika.
Die Winzer sollen den Wein liefern, der ihrer Gegend entspricht.
Es soll für keine Weinsorte – sprich Ritus – ausgeschlossen sein.
Ein evangelisches Abendmahl besuchen, kann auch für einen Katholiken ein wahres Erlebnis sein. Ein anderer Wein schmeckt auch gut. Ein weltweit grosser Weinberg wie die Kirche, kann ganz verschieden Trauben tragen – Riten einbringen.
Der Weinberg soll keine sauren Beeren bringen, die sich für einzig richtig halten.
Je nach Lage und Sonneneinstrahlung sind Trauben früher oder später reif. So können in Europa Regionen sein, wo die Trauben reif sind, in anderen Weltgegenden ist es noch nicht so weit.
Das gilt so auch für die Kirche. Eine zwanghaft weltweite Gleichzeitigkeit kann es nicht geben.
Die Amazonas-Synode 2019 hat gezeigt, dass auch in Brasilien die Wünsche für kirchliche Veränderung gross sind.
Genau das soll der Synodale Weg aufarbeiten. Die eine Kirche kann regionale Vielfalt haben. Was in Brasilien spruchreif war mit dem synodalen Wunsch der Diakonatsweihe für Frauen, ist wohl auch bei uns spruchreif.
Es sind Böse Winzer, die jede Hoffnung für eine Kirche zerstören, die auf die Probleme der Zeit eingeht, die Menschen von heute begleitet. Es sind doch andere Probleme als ein Ritenstreit. Es geht eher um Begleitung der Menschen in Armut, im Krieg, in ihrer Sexualität. Die Frucht, die unser Weinstock liefern muss, ist die Liebe, von der Jesus immer wieder gesprochen hat.