Liturgische Bausteine
Du trägst Gottes Bild
1. Lesung: Jes 45, 1.4-6
2. Lesung: 1 Thess 1, 1-5b
Evangelium: Mt 22, 15-21
Manchmal tragen wir vieles bei uns: Geld, Schlüssel, Karten, ein Handy – Dinge, die zeigen, was zu unserem Alltag gehört. Jesus nimmt heute eine Münze in die Hand und fragt:
„Wessen Bild ist darauf?“ Das Bild des Kaisers.
Doch hinter dieser Frage verbirgt sich eine tiefere: Wessen Bild trägst du?
Die Bibel sagt: Du trägst Gottes Bild.
Noch bevor du etwas leistest, bevor andere dich beurteilen, bevor du dich selbst beurteilst, ist Gottes Spur in dich eingeprägt. Und so hören wir Jesu Wort heute neu: „Gebt Gott, was Gott gehört.“
Vielleicht heißt das zuerst: Gib Gott dich selbst – dein Herz, deine Freude, deine Verwundbarkeit, dein ganzes Leben. Wo wir diese Würde in uns und in anderen übersehen haben, bitten wir um Erbarmen.
Jesus Christus, wir tragen Gottes Bild in uns und vergessen manchmal, wie kostbar unser Leben in seinen Augen ist. Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, jeder Mensch trägt Gottes Bild, doch wir sehen oft zuerst Fehler, Unterschiede und Grenzen. Christus, erbarme dich.
Jesus Christus, wir geben vielen Dingen unsere Zeit und unsere Kraft und halten doch manchmal unser Herz von Gott zurück. Herr, erbarme dich.
Vergebungszuspruch
Der barmherzige Gott schaue uns mit Liebe an. Er erneuere sein Bild in uns und mache unser Leben zu einem Zeichen seiner Güte.
Gott, du hast uns nach deinem Bild geschaffen und unser Leben mit deiner Würde geprägt. Löse unser Herz von allem, was uns gefangen hält, und öffne uns für das, was dir gehört. Lass unseren Glauben im Tun sichtbar, unsere Liebe erfinderisch und unsere Hoffnung standhaft werden, damit durch unser Leben
dein Bild in dieser Welt aufleuchtet. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Amen.
Jesus sagt: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.“
Zu Gott, dem unser Leben gehört, kommen wir mit unseren Bitten:
1. Für alle, die in Politik, Wirtschaft und Kirche Verantwortung tragen:
Schenke ihnen ein waches Gewissen, damit nicht Macht und eigener Vorteil, sondern die Würde und das Wohl der Menschen ihr Handeln bestimmen. Wir bitten dich, erhöre uns.
2. Für alle, denen das Geld zum Leben kaum reicht, die um ihren Arbeitsplatz oder ihre Zukunft bangen:
Schenke ihnen Menschen, die solidarisch handeln, und uns die Bereitschaft, verantwortlich zu teilen.
Wir bitten dich, erhöre uns.
3. Für alle, deren Gesicht hinter Nachrichten und Zahlen verschwindet:
für die Opfer von Krieg und Gewalt, für Geflüchtete, Kranke und Einsame. Lass uns in ihnen dein Bild erkennen und ihnen menschlich begegnen. Wir bitten dich, erhöre uns.
4. Für das, was wir selbst im Herzen tragen:
für Menschen, um die wir uns sorgen, für unsere Dankbarkeit, unsere Ängste und Hoffnungen.
In der Stille vertrauen wir dir an, was uns persönlich bewegt.
– Stille –
Gott,
du hast dein Bild in jeden Menschen eingeprägt. Öffne unsere Augen füreinander und lass uns dir geben, was dir gehört: unser Vertrauen, unsere Liebe und unser Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.
Gott, du Ursprung unseres Lebens, in Brot und Wein legen wir uns selbst in deine Hände. Was dein Bild in uns verdunkelt, verwandle; was von deiner Liebe erzählt, vollende. Nimm uns an mit diesen Gaben,
damit wir immer mehr dir gehören und dein Licht durch uns aufleuchtet. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir zu danken, Gott, du Ursprung und Geheimnis unseres Lebens. Die Münze trägt das Bild des Kaisers und geht von Hand zu Hand. Sie wird gezählt, getauscht und weitergegeben. Uns aber hast du dein eigenes Bild eingeprägt, tiefer als jedes Zeichen dieser Welt.
Wir sind nicht geprägt von dem, was wir besitzen, nicht von Erfolg und Ansehen, nicht von den Mächten unserer Zeit. Wir sind geprägt von dir. Wir tragen dein Bild. Wir gehören dir. In Jesus Christus
hast du uns dein Antlitz gezeigt. Er ruft uns, dir zurückzugeben, was dein ist: nicht Gold und Silber,
sondern unser Herz, unsere Liebe, unser ganzes Leben. Darum treten wir mit der ganzen Schöpfung
vor dein verborgenes Angesicht und stimmen ein in den Lobgesang der Engel und Heiligen:
Hochgebet
Gott, du Ursprung allen Lebens, heilig bist du, und heilig ist alles, was aus deiner Hand kommt. Du hast dein Bild in uns eingeprägt, tiefer als alles, was diese Welt uns aufprägt. Auch wenn wir uns verlieren,
bleibt deine Spur in uns. Darum bitten wir dich: Sende deinen Heiligen Geist über dieses Brot und diesen Wein, damit sie uns werden Leib und Blut Jesu Christi, unseres Herrn.
Denn in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf,
nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach:
NEHMET UND ESSET ALLE DAVON: DAS IST MEIN LEIB, DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach:
NEHMET UND TRINKET ALLE DARAUS: DAS IST DER KELCH DES NEUEN UND EWIGEN BUNDES, MEIN BLUT, DAS FÜR EUCH UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN. TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.
Geheimnis des Glaubens.
Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
Gott des Lebens, wir feiern das Gedächtnis Jesu Christi: seine Hingabe, seinen Tod und seine Auferstehung. In Brot und Wein legt er sich in unsere Hände; und wir legen unser Leben
vertrauensvoll in deine Hände. Sende deinen Geist auf uns herab. Präge uns neu mit deiner Liebe,
damit dein Bild in uns aufleuchtet und wir einander erkennen als Menschen, die dir gehören.
Erhalte deine Kirche in der Einheit und im Frieden. Stärke unseren Papst Leo, unseren Bischof, alle Bischöfe und alle, die in deiner Kirche Verantwortung tragen. Gib ihnen ein hörendes Herz
und den Mut, den Menschen zu dienen. Wir bitten dich auch für die Verantwortlichen der anderen Religionen und für alle, die Menschen auf ihrem geistlichen Weg begleiten. Lass sie Brücken des Vertrauens bauen, die Würde jedes Menschen schützen und gemeinsam dem Frieden dienen.
Wo Religion Menschen trennt, schenke Begegnung; wo Misstrauen wächst, Verständnis;
wo Gewalt im Namen Gottes geschieht, den Mut zur Versöhnung.
Gedenke der Armen und Bedrängten, der Opfer von Krieg und Gewalt, der Einsamen und Suchenden
und aller, deren Würde verletzt wird. Lass sie Menschen begegnen, die dein Bild in ihnen erkennen und achten.
Gedenke auch unserer Verstorbenen und aller Menschen, die aus dieser Welt zu dir gegangen sind.
Was in ihrem Leben unvollendet blieb, vollende in deiner Liebe. Lass sie dein Angesicht schauen
und in dir Frieden finden.
Führe uns einst zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, dem heiligen Josef, mit den Aposteln,
mit unseren Kirchenpatronen und Namenspatronen. Dann werden wir ganz erkennen,
was wir jetzt im Glauben erahnen: Wir sind dein. Wir tragen dein Bild. In dir finden wir unser Leben. Durch Christus unseren Erlöser und Herrn.
Durch Christus und mit ihm und in ihm
ist dir, Gott, allmächtiger Vater,
in der Einheit des Heiligen Geistes
alle Herrlichkeit und Ehre
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
Wir tragen Gottes Bild in uns, wir gehören ihm. Darum dürfen wir uns ihm anvertrauen
und ihn mit den Worten Jesu Vater nennen: Vater unser im Himmel …
Die Münze trägt das Bild des Kaisers. Der Mensch neben uns trägt das Bild Gottes. Wo wir diese Würde ineinander erkennen, kann Frieden beginnen. Bitten wir Christus um seinen Frieden –
für uns und für diese Welt: Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch.
Wir haben einander den Frieden zugesprochen. Nun wird das eine Brot gebrochen.
Jesus sagt: „Gebt Gott, was Gott gehört.“ Wir gehören Gott – mit allem, was wir sind.
Und bevor wir uns ihm schenken, schenkt er sich uns selbst im Brot des Lebens.
Seht Christus, in dem Gottes Bild unter uns sichtbar geworden ist.
Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.
Gott des verborgenen Lichts,
du hast uns genährt mit dem Brot des Himmels und dein Leben mit unserem Leben verbunden.
Was wir empfangen haben, versiegle tief in unserem Herzen. Lass das Bild, das du in uns eingeprägt hast, unter den Spuren des Alltags immer klarer hervortreten, damit wir in dieser Welt zum lebendigen Widerschein deiner Liebe werden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.
Feierlicher Schlusssegen
Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geiste.
Gott, der sein Bild in euer Herz eingeprägt hat, lasse sein Licht in euch nicht erlöschen.
Christus, dessen Antlitz im gebrochenen Brot aufleuchtet, bleibe euer Weggefährte.
Der Heilige Geist, der im Verborgenen alles neu erschafft, mache euch zu Menschen, durch die Frieden wächst, Hoffnung aufatmet und Liebe Gestalt gewinnt.
So segne euch der Gott unendlicher Güte, der Vater ✠ und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Entlassung
Lasst uns gehen mit seinem Frieden.
Dank sei Gott, dem Herrn.
Geht als Menschen, die Gottes Bild tragen, und lasst sein verborgenes Licht in der Welt aufleuchten.