Benin
Wie 50 Frauen in Benin durch Schweinezucht ihre Familien ernähren, ein eigenes Einkommen schaffen und ihren Kindern durch Bildung neue Perspektiven eröffnen.

"Wir brauchen Hilfe für uns und unsere Kinder."
Mit diesen Worten beschreibt Aisha, eine junge Mutter aus dem Dorf Dabou in Zentralbenin, ihre verzweifelte Situation. Ihre Kinder haben nicht genug zu essen. Aisha ist damit nicht alleine: Viele Familien in Dabou kämpfen täglich darum, ihre Kinder ausreichend zu ernähren.

Im Dorf leben mehr als 857 Menschen. Die meisten von ihnen sind auf die Landwirtschaft, als Nahrung für die eigene Familie und als wichtigste Einkommensquelle, angewiesen. Doch schlechte Ernten machen es immer schwieriger, davon zu leben. Die Folgen spüren vor allem die Familien, die ohnehin in großer Armut leben. Bei seinen Besuchen bei den Familien bemerkte P. Urbain Ezi Edoh SVD, dass viele Kinder aufgrund der prekären Lebenssituation ihrer Eltern unter Mangelernährung leiden.
Doch wo Not ist, braucht es auch eine Perspektive.
P. Urbain SVD wollte nicht bei der Beobachtung der Not stehen bleiben. Gemeinsam mit betroffenen Familien entsteht deshalb ein Projekt, das zwei zentrale Probleme gleichzeitig löst: die Ernährung der Kinder und die Armut der Familien.
50 Frauen zwischen 30 und 45 Jahren, darunter Witwen und Frauen, die wegen extremer Armut kaum für den Unterhalt ihrer Kinder aufkommen können, erhalten die Möglichkeit, sich mit Schweinezucht eine zusätzliche Lebensgrundlage aufzubauen.
Dafür wird ein moderner Schweinestall mit etwa 20 Buchten errichtet. Die Frauen werden in der Schweinezucht und im Umgang mit ihren Einnahmen und Ressourcen geschult. Zum Start werden rund 30 Schweine angeschafft. Außerdem erhalten die Teilnehmerinnen in den ersten sechs Monaten Unterstützung bei der Futterversorgung.
So entsteht aus einer gemeinsamen Initiative Schritt für Schritt eine eigene Einkommensquelle.

Die Schweinezucht stärkt die Familien gleich auf mehreren Ebenen:
Zum einen tragen Schweine zur Versorgung der Familien mit tierischem Eiweiß bei und verbessern damit die Ernährung der Kinder. Zum anderen erzielen die Frauen durch den Verkauf von Schweinen eigene Einnahmen.
Diese zusätzlichen Einnahmen fließen dort ein, wo Familien in Armut besonders stark unter Druck stehen: in die Kosten für die Schulbildung der Kinder.
Damit geht es bei diesem Projekt um weit mehr als um einen Stall und Schweine. Es geht darum, Frauen eine Möglichkeit zu geben, selbst für ihre Familien zu sorgen und ihren Kindern Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen.
Eine Zukunft auf vier Beinen.
Die Frauen sind mit dieser Aufgabe nicht allein. Ein Betreuungsteam begleitet das Projekt und unterstützt die Teilnehmerinnen bei der Umsetzung. Durch die Ausbildung in Tierhaltung und Einkommensmanagement erhalten die Frauen das notwendige Wissen, um die Schweinezucht langfristig erfolgreich zu führen.
Auch die Infrastruktur ist auf Nachhaltigkeit angelegt: Der Stall wird mit hochwertigen Baumaterialien errichtet und ist auf eine jahrzehntelange Nutzung angelegt. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Schweine finanzieren langfristig die laufenden Kosten des Stalls und den Ankauf von Futtermitteln.
So entwickelt sich das Projekt nach der Startphase zunehmend zu einer eigenständigen Einkommensquelle und trägt dauerhaft zur wirtschaftlichen Stabilität der Familien bei


Mit Ihrer Unterstützung entsteht in Dabou eine Perspektive, die über den heutigen Tag hinausreicht.
Sie helfen 50 Frauen, sich Wissen und eine eigene Einkommensquelle aufzubauen.
Sie stärken Familien, die dadurch ihre Kinder besser ernähren können.
Sie tragen dazu bei, dass Kinder durch Bildung bessere Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben erhalten.

Aus einem Schweinestall entsteht so etwas viel Größeres: eine konkrete Möglichkeit für Frauen, ihre Familien aus einer prekären Situation herauszuführen und ein Stück Hoffnung für die nächste Generation.
Machen Sie eine Zukunft auf vier Beinen möglich.

Fotos: SVD